Springer-Tochter Stepstone spürt die Konkurrenz von "Google for Jobs"

    6. Juni 2019, 17:06
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    Weniger Weiterleitungen von Google – Neuer Dienst startete vor zwei Wochen

    Axel Springers Jobbörse Stepstone spürt Gegenwind von der Stellenanzeigen-Suche "Google for Jobs". "Wir sehen bei Klicks, die von Google kommen, einen Rückgang", sagte ein Sprecher des ertragsstarken Portals am Donnerstag zu Reuters. "Uns gelingt es derzeit, das mit anderen Marketing-Maßnahmen oder über Social Media zu kompensieren."

    Die Springer-Tochter habe bereits 2018 bei der EU-Kommission Beschwerde eingereicht. Stepstone wirft dem US-Suchmaschinenbetreiber vor, "Google for Jobs" bevorzugt in seiner Google-Suche zu platzieren. "Dies geschieht durch Marktmacht. Wir halten das für wettbewerbswidrig", betonte der Sprecher. Von Google war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Zuerst hatte die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet.

    Hintergrund

    "Google for Jobs" startete vor rund zwei Wochen in Deutschland. Der US-Konzern arbeitet dabei mit vielen Partnern zusammen, darunter auch Verlagshäuser wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" oder Job-Portale wie Xing, Linkedin und Monster. Nutzer erhalten bei der Suche nach offenen Jobs eine Übersicht über Stellenanzeigen, die auf Partnerseiten veröffentlicht wurden. Per Klick auf eine Ausschreibung im oberen Teil der Google-Suchergebnisse werden weiterführende Informationen zu Job und Firma angezeigt. Mit Hilfe von Filtereinstellungen kann die Suche individuell angepasst werden.

    Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hatten sich vor kurzem kritisch zum Start von "Google for Jobs" geäußert und auf die Gefahr von Marktmarkt-Missbrauch hingewiesen. "Wir vertrauen daher darauf, dass die Wettbewerbsbehörden das neue Angebot von Google genau beobachten und, falls nötig, eingreifen werden." Jüngst hatten die Analysten von Berenberg erklärt, dass sich "Google for Jobs" negativ auf das Geschäft von Stepstone auswirken könnte – vor allem 2020.

    Konkurrenz

    Springer liegt mit Google in mehreren Bereichen im Clinch. Die Preisvergleichsplattform Idealo des Medienkonzerns verklagt den Internetriesen bereits wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung als Suchmaschinenbetreiber. Springer teilte im April mit, man habe eine Schadensersatzklage auf rund eine halbe Milliarde Euro eingereicht. Zudem streiten sich Springer und andere Verlage beim sogenannten Leistungsschutzrecht mit Google über die Veröffentlichung von Pressetexten im Internet. (APA, 6.6.2019)

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