Nach 18 Jahren: Apples iTunes ist wohl bald Geschichte

3. Juni 2019, 09:34
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Auf der WWDC wird das Unternehmen heute wohl die Zerschlagung seines Gemischtwarenhandels für digitale Inhalte ankündigen

Es begann mit Musik für iPods, dann folgten mit dem iPhone Apps. Und auch Filme und Bücher finden sich mittlerweile in Apples iTunes, einem der größten Gemischtwarenläden für digitale Inhalte. Die Marke steht auch untrennbar verbunden mit dem Wandel weg vom stationären Einzelhandel und hin zum Onlinevertrieb, mit allen Vor- und Nachteilen dieser Entwicklung. Sie wurde auch die erste legale, populäre Alternative neben einst florierenden Filesharing-Netzwerken wie Napster, Kazaa oder eDonkey.

Nun, 18 Jahre nachdem man den Hersteller Casady & Greene übernommen und aus deren MP3-Verwaltungssoftware Soundjam schließlich iTunes gemacht hat, dürfte das Ende bevorstehen, schreibt Bloomberg. Aller Voraussicht nach wird Apple am heutigen Montagabend zur Eröffnung der WWDC (ab 19 Uhr MESZ, Der STANDARD berichtet live) die Einstellung von iTunes bekannt geben.

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2001: Apple stellt (unter anderem) iTunes vor.

Einzelne Apps statt Gesamtsortiment

Freilich bedeutet dieses Ende nicht, dass Apple keine digitalen Inhalte mehr verkauft. Allerdings sind sie künftig in einzelne Apps für jede Kategorie aufgeteilt. Musik, Videoinhalte und Podcasts sollen, neben dem Appstore, einen jeweils eigenen "Onlineshop" bekommen, während der Name iTunes wohl verschwindet.

Logischer Schritt

Vorboten dafür gibt es schon seit 2015, als man mit Apple Music einen eigenen Konkurrenten zu Spotify an den Start schickte, der mittlerweile 56 Millionen zahlende Abonnenten haben soll. Seitdem versucht Apple, im Bereich digitaler Dienstleistungen zunehmend Fuß zu fassen, wie zuletzt auch die Ankündigung von TV+ und einem Games-Abonnement zeigt. Das Unternehmen will sich damit ein zweites Standbein schaffen, nachdem das Geschäft mit der bisherigen Cashcow, den iPhones, schon länger stagniert.

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2003: iTunes wird um den bekannten Onlinestore ergänzt.

Im Rahmen seiner Servicestrategie hat Apple auch begonnen, seine Dienste auch abseits eigener Geräte zugänglicher zu gestalten. Beispielsweise beherrschen einige SmartTVs von Samsung mittlerweile den Airplay-Standard. Somit lassen sich Inhalte von iPhones und iPads darauf drahtlos wiedergeben, ohne sich dafür eine Apple TV-Box anschaffen zu müssen. (red, 03.06.2019)

  • iTunes dürfte künftig in mehrere Apps "zerschlagen" werden.
    foto: itunes

    iTunes dürfte künftig in mehrere Apps "zerschlagen" werden.

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