Künstliche Intelligenz schlägt Menschen auch bei "Quake"

    31. Mai 2019, 10:02
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    Selbst unter erschwerten Bedingungen – Forscherteam von Google-Schwester DeepMind dahinter

    Es ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI): Nachdem KI-Systeme die besten menschlichen Spieler in Schach und Go geschlagen haben, erreichen sie auch bei 3D-Videospielen mit mehreren Teilnehmern eine höhere Erfolgsquote, hieß es in der Fachzeitschrift "Science".

    Quake III Arena

    Die Forscher von DeepMind – die KI-Firma der Google-Mutter Alphabet – verwendeten den Modus "Capture the flag" ("Erobere die Flagge") des Multiplayer-Spiels "Quake 3 Arena". Bei diesem Computerspiel müssen sich zwei Teams die Flagge des jeweiligen Gegners schnappen und in die eigene Basis bringen. Sie können ihre Gegner durch Laserschüsse außer Gefecht setzen, diese gelangen nach kurzer Zeit über ihre eigene Basis wieder zurück ins Spiel. Die symmetrisch angelegten Räume und Gänge sollen beiden Teams dieselben Chancen geben und werden nach dem Zufallsprinzip generiert.

    foto: quake 3 arena
    Quake 3 Arena ist 1999 auf den Markt gekommen.

    Dabei bewegen sich die Spieler in der Ich-Perspektive eines Teammitglieds durch das virtuelle Gelände. Sie müssen mit ihren Gruppenmitgliedern zusammenarbeiten und ihre Gegner in Schach halten. Das programmierte Ziel der KI-Agenten ist es, einen möglichst hohen Punktestand zu erreichen.

    450.000 Trainingsspiele

    Dem Multiplayer-Prinzip gemäß trainierten Jaderberg und Kollegen gleich eine ganze Reihe von KI-Agenten parallel, indem diese gegeneinander spielten. Die meisten KI-Agenten entwickelten ein ähnliches Spielverhalten und vergleichbare Strategien. Diese veränderten sich im Laufe der 450.000 Trainingsspiele: Nach einigen Tausend Spielen warteten die KI-Agenten oft in der Basis des Gegners, dass die Flagge dort wieder auftaucht.

    Ihre Strategie änderte sich jedoch im Laufe des Trainings. Einige Zeit später folgten viele KI-Agenten eher einem Teamkameraden. "Beim Training in einer genügend reichen Multiagenten-Welt entstand ein komplexes und überraschend hochintelligentes künstliches Verhalten", schreiben die Forscher.

    deepmind

    Nach rund 200.000 Spielen waren die KI-Agenten im Schnitt besser als die besten Menschen. Zuletzt siegten sie deutlich: Wenn zwei menschliche Spieler gegen zwei KI-Agenten antraten, eroberten letztere durchschnittlich 16 Flaggen mehr.

    KI-Agenten reagierten auf das Auftauchen eines Gegners im Durchschnitt nach 258 Millisekunden, Menschen nach 559 Millisekunden. Doch selbst wenn die Forscher die Reaktionszeit der KI-Agenten verlangsamten, blieben die künstlichen den menschlichen Spielern überlegen. (APA, 31.5.2019)

    • Die künstliche Intelligenz von DeepMind beim "Quake II Arena"-Spielen.
      foto: deepmind

      Die künstliche Intelligenz von DeepMind beim "Quake II Arena"-Spielen.

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      foto: quake 3 arena
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