Kroatisches Magazin bedroht wegen Bleiburg-Berichten Journalisten

    30. Mai 2019, 20:08
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    Das rechtsnationale Blatt "Hrvatski Tjednik" veröffentlichte Fotos mit Namen und Arbeitgebern kritischer Reporter

    Wien/Bleiburg – Nach kritischer Berichterstattung über das umstrittene Gedenktreffen in Bleiburg werden fünf österreichische und deutsche Journalisten in einem kroatischen Magazin öffentlich an den Pranger gestellt und kritisiert. Wie Reporter ohne Grenzen (ROG) am Donnerstag berichtete, hat das rechtsnationale Magazin "Hrvatski Tjednik" Fotos der betreffenden Journalisten mit Namen und Arbeitgeber veröffentlicht.

    Einschüchterung von Journalisten sei "immer ein Versuch, unabhängige Berichterstattung verstummen zu lassen. Das ist in einer Demokratie nicht hinnehmbar", erklärte die Präsidentin von ROG Österreich, Rubina Möhring. Die Organisation werde deshalb auch in einem Schreiben an die kroatische Botschaft in Wien darauf hinweisen und Protest einlegen. "Wenn Journalisten eingeschüchtert werden sollen, sind wir alle das Ziel", so Möhring.

    Das Blatt bildete die fünf Journalisten von Ö1, Deutscher Welle, "Welt" und "Frankfurter Rundschau" sowie STANDARD-Redakteurin Olivera Stajić auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe ab und bezeichnete sie als "jungkommunistische Internationale, die das Gedenken in Bleiburg nicht verhindern konnte".

    Offizieller Anlass der Gedenkfeier auf dem Loibacher Feld in Bleiburg ist die Ermordung tausender Ustascha-Soldaten nach der Kapitulation der Nationalsozialisten 1945. Das Gedenken gilt als Treffpunkt von Kroaten, die den faschistischen Vasallenstaat Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg verklären. Rund 40.000 geflüchtete Soldaten, die aufseiten Deutschlands gekämpft hatten, wurden in Bleiburg mit ihren Familienangehörigen von der britischen Besatzungsmacht an die kommunistischen Einheiten Titos ausgeliefert. Tausende verloren in der Folge gewaltsam ihr Leben.

    Kroatien befindet sich auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Rang 64 von 180, Österreich auf Rang 16. (APA, 30.5.2019)

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