Sarg im Stephansdom aufgebahrt: Tausende nahmen Abschied von Niki Lauda

    Ansichtssache mit Video29. Mai 2019, 15:39
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    Großer Andrang und viel Prominenz bei Trauerfeierlichkeiten – Dompfarrer Faber: "Niki war ein Stern" – Schwarzenegger: "Er inspirierte mich so sehr" – Van der Bellen würdigte Lauda als "großen Österreicher"

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    Die Trauerfeier im Video
    foto: reuters/niesner

    Mit der Ankunft des Sarges am Wiener Stephansdom, einer kurzen ersten, von Dompfarrer Toni Faber geleiteten Zeremonie und der öffentlichen Aufbahrung haben am Mittwoch die Trauerfeierlichkeiten für Formel-1-Legende Niki Lauda begonnen.

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    Dompfarrer Faber, Birgit Lauda sowie die älteren Söhne Mathias und Lukas erwarteten kurz nach 8 Uhr im strömenden Regen den Sarg des Verstorbenen am Riesentor des Stephansdoms. Unter dem Geläut der Heidenturm-Glocken erfolgte die Vorfahrt der Bestattung Wien. Der silberne Mercedes wurde von einer Polizeieskorte begleitet.

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    Anschließend wurde der schlichte Sarg in den Dom getragen und in der Vierung abgesetzt.

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    Der Sarg Laudas wurde in der Mitte des Doms aufgebahrt.

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    Witwe Birgit legte einen Lorbeerkranz auf den Sarg, Sohn Lukas einen Rennfahrerhelm. Das Requiem mit zahlreichen Ehrengästen begann nach Mittag.

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    Musikalisch wurde diese erste Zeremonie von Chorgesang begleitet. Dompfarrer Faber sprach Gebete und segnete den aufgebahrten Verstorbenen. Danach wurden die Tore für all jene geöffnet, die persönlich von Niki Lauda Abschied nehmen wollten.

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    Es war ein nicht enden wollender Strom an Fans, Trauernden und Touristen. Viele nahmen die Möglichkeit für ein Defilee vor dem Sarg des weltberühmten Sportlers und Airline-Unternehmers wahr, sie ließen sich beim Anstehen vor dem "Steffl" auch von Kälte, Nässe und Wind nicht abhalten. Vertreten waren Menschen aller Altersgruppen, manche von ihnen würdigten die Rennfahrerlegende auch mit ihren Outfits. Einige hatten eine rote Kappe aufgesetzt und erinnerten an die berühmte Kopfbedeckung des Verstorbenen. Auch so manche Ferrari-Jacke wurde gesichtet.

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    Um 11.30 Uhr wurden die Tore wieder geschlossen, viele hatten es nicht mehr in den Dom geschafft und hofften, später beim Requiem dabei sein zu können.

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    Ein Urlauber aus England hatte sich spontan entschieden, den Trauerfeierlichkeiten beizuwohnen. "Ich habe Riesenrespekt für Niki Lauda und das, was er für den Motorsport getan hat. Viele Briten sehen das ähnlich. Ich werde nie vergessen, wie er damals im Feuer gesessen ist und ich am TV geschrien habe, holt ihn da raus! Es war auch großartig, dass er Lewis Hamilton zu Mercedes geholt hat", sagte der Mann.

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    Dompfarrer Faber segnete den aufgebahrten Verstorbenen. Faber kannte Lauda auch persönlich gut. "Niki Lauda war nicht nur ein Stern am Rennfahrerhimmel, nicht nur ein Stern im Flugbetrieb, sondern er war auch ein Stern für seine Familie. Er war abseits der Öffentlichkeit ein liebevoller Ehemann, Vater und Großvater, so schreibt es die Familie auf die Parte. Und ich weiß, dass das stimmt", sagte er zur APA. "Er war ein empathischer, humorvoller, gelassener, bescheidener, unprätentiöser Mensch im persönlichen Gespräch."

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    Er erinnerte sich daran, dass er Lauda einmal überraschend im Dom getroffen habe. "Niki hat mit seinen Kindern Kerzen angezündet." Das habe er laut eigenen Angaben öfters gemacht. "Er war kein großer Vorzeigekatholik, aber ein Christ, der gewusst hat, was zu tun ist. Der seine Lebenszeit gut genützt hat. Nichts war ihm lästiger als unnötig vergeudete, verzettelte Zeit. Das ist eine große Predigt an uns, unsere Lebenszeit, die ja begrenzt und limitiert ist, wirklich gut zu nützen."

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    Zum zweiten Mal wurde im Stephansdom ein Requiem zelebriert, das im Zeichen von Lauda stand. Das erste fand nach dem Flugzeugabsturz einer Lauda-Air-Maschine 1991 in Thailand mit 223 Toten statt. "Wir haben das sehr bescheiden gefeiert. Ich habe einen sehr innigen, demütigen, betenden, zweifelnden Niki erlebt, den ich dann immer näher kennengelernt habe", sagte Faber. "Ich wusste, dass er immer wieder in den Dom gegangen ist und vom Haas-Haus drüben, vom Kirchenwirten, immer wieder herübergeschaut hat."

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    Den kurzen Weg vom Haas-Haus zum Stephansdom machten am Mittwoch auch die Ehrengäste. Auf der Totenmesse waren unter anderem Reden von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Arnold Schwarzenegger und Gerhard Berger geplant. Und Christian Kolonovits gab mit einem kleinen Ensemble musikalische Beiträge wie "Amazing Grace", "Fast Car" von Tracy Chapman, John Lennons "Imagine" oder auch "Hero" der Band Family Of The Year zum Besten.

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    Van der Bellen würdigte Lauda in seiner Rede beim Requiem als Persönlichkeit mit "riesigem Talent, reinem Herzen, verbunden mit glasklarem analytischen Verstand". "Ganz Österreich ist heute bei Ihnen", versicherte er der Familie. "Wir stehen an der Bahre eines großen Österreichers." Viele in diesem Land habe er stolz gemacht. Der Bundespräsident drückte den Angehörigen im Namen der Republik das Beileid aus und sagte Lauda Lebewohl: "Good bye bye world champion, bye bye, danke für alles."

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    Gerhard Berger richtete sehr persönliche Worte an seinen "Freund Niki", den er hoffe, irgendwann wiederzusehen: "Ich ziehe mein imaginäres Kapperl vor dir." Lauda sei anfangs nicht unbedingt ein Vorbild gewesen – "weil du auf den ersten Blick kein wilder Hund warst". Doch er habe sich geirrt, gestand Berger ein. Lauda sei bemerkenswert ehrlich und hartnäckig gewesen und eben doch ein wilder Hund. Darum sei dieser dreimal Weltmeister geworden und er selbst nie, resümierte Berger.

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    "Er inspirierte mich so sehr", schwärmte auch Arnold Schwarzenegger von seinen Begegnungen mit der Rennsportlegende. Als er, Schwarzenegger, ihm erzählt habe, als Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren, habe Lauda ihn sofort unterbrochen und aufgefordert: "Do it!" Der Schauspieler verglich Laudas Tod mit einem Schiff, das am Horizont verschwinde, aber deswegen noch immer existiere. Lauda sei nicht gegangen, sondern würde unter all jenen, die ihn gekannt hätten, weiterleben.

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    Zahlreiche Wegbegleiter und Prominente erwiesen Lauda die letzte Ehre. So zum Beispiel der frühere Teamkollege bei McLaren, Alain Prost, der die Lesung hielt, oder Nigel Mansell (li.).

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    Der frühere belgische Formel-1-Fahrer Jacky Ickx.

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    Der Präsident des Motorsport-Weltverbands FIA, Jean Todt, Formel-1-Sportchef Ross Brawn und Formula-One-Group-CEO Chase Carey.

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    Der regierende Formel-1-Champ und Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.

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    Schauspieler Daniel Brühl, der Lauda im Streifen "Rush" verkörperte.

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    Gekommen war auch der einstige Lebensretter Arturo Merzario. Der Italiener hatte den ohnmächtigen Lauda nach dem Feuerunfall auf dem Nürburgring 1976 gemeinsam mit anderen Piloten aus dem brennenden Ferrari gezogen und ihm damit das Leben gerettet. "Ciao, Niki", sagte der 76-Jährige.

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    Der frühere Benetton- und Renault-Teamchef Flavio Briatore.

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    Hermann Maier (neben Mathias Lauda).

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    Norwegens Ski-Ass Aksel Lund Svindal.

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    Hulapalu-Andreas-Gabalier und der frühere Mercedes-Pilot und F1-Weltmeister 2016, Nico Rosberg.

    Weiters waren Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Mercedes-Teamchef Toto Wolff, Formel-1-Pilot Valtteri Bottas sowie weitere Größen aus der Königsklasse wie Jean Alesi, Nelson Piquet, David Coulthard, Alexander Wurz, Mark Webber und der ehemalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ebenso Teil der Trauergemeinde wie die Unternehmer René Benko und Hannes Jagerhofer.

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    Nach der Trauerfeier wurde der Sarg von Mitarbeitern der Bestattung durch das Riesentor aus der Kirche getragen, flankiert von Hamilton, Alesi, Piquet und Berger auf der einen Seite sowie Prost, Helmut Marko und Rosberg auf der anderen.

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    foto: apa/schlager

    Anschließend wurde der Sarg in den Bestattungswagen verladen. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Zeitpunkt und Ort wurden nicht bekanntgegeben. (APA, red, 29.5.2019)

    Nachlese:

    Wie Niki Lauda zu "Niki nazionale" wurde

    Das bewegte Leben des Niki Lauda in Bildern

    Niki Laudas Leben in Zitaten

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