Tausende bei Protesten gegen Pakistans Militär

    28. Mai 2019, 10:31
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    Anhänger von Aktivistengruppe für Rechte der Paschtunen – Drei Menschen bei Zusammenstößen mit Militär getötet

    Islamabad – Tausende Menschen haben in der Nacht auf Dienstag in mehreren Städten Pakistans gegen das mächtige Militär demonstriert. Mitglieder und Anhänger einer Aktivistengruppe, die sich für die Rechte der Paschtunen im Land einsetzt, skandierten Parolen gegen die Armee und forderten die Freilassung ihrer Führer, wie auf live übertragenen Videos der Proteste in sozialen Medien zu sehen war.

    Das Pashtun Tahafuz Movement (PTM/Bewegung für den Schutz der Paschtunen) hatte nach tödlichen Zusammenstößen mit dem Militär in der Region Nord-Waziristan zu den Protesten aufgerufen. Laut Militär hatte eine Gruppe einen Kontrollposten angegriffen, um einen verhafteten Terrorunterstützer freizupressen. Drei Angreifer seien umgekommen, fünf Soldaten verwundet worden.

    Laut PTM-Aktivisten eröffnete das Militär das Feuer auf Demonstranten, die gegen das Verschwinden eines Mannes protestierten. Ein Protestführer, der auch Parlamentarier ist, sowie acht weitere Aktivisten wurden festgenommen. Lokale Behörden verhängten in Nord- und Süd-Waziristan eine Ausgangssperre.

    Willkürliche Tötungen

    Die Paschtunen leben vorwiegend im Nordwesten an der afghanischen Grenze und fühlen sich von der Regierung und den Sicherheitskräften drangsaliert. Die PTM wirft dem Militär vor, bei Einsätzen gegen Islamisten willkürlich zu töten oder Menschen verschwinden zu lassen. Die meisten Taliban und ihre Anführer sind Paschtunen.

    Das Militär bestreitet die Vorwürfe vehement. Es sieht die PTM als von Feinden Pakistans unterstützt und wirft den Nachbarstaaten Afghanistan und Indien vor, sie zu fördern. Ende April hatte das Militär die PTM-Führer gewarnt, dass "ihre Zeit abgelaufen" sei.

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die pakistanische Regierung auf, die Vorfälle in Nord-Waziristan umgehend zu untersuchen. (APA, 28.5.2019)

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