Feministisch urlauben: dieSTANDARD-Büchertipps für den Sommer

    Ansichtssache9. Juni 2019, 16:00
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    Annie Ernaux, Marlene Streeruwitz, Liv Strömquist, "Missy Magazine"-Autorinnen – mithilfe dieser Frauen können Sie sich über den Sommer Wut und Mut anlesen

    foto: nautilus
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    Die vielen Gesichter der Selbstbestimmung

    Das "Missy Magazine" für Pop, Politik und Feminismus wurde im Herbst 2018 zehn Jahre alt. Zum Geburtstag hatten die "Missy"-Macherinnen gleich zwei gute Ideen. Die erste: Sie haben sich nicht stressen lassen. Erst gab es – das natürlich pünktlich – eine rauschende Party. Und ein halbes Jahr später erschien gemütlich ein Sammelband mit Texten von "Missy"-Autorinnen. Sie alle schreiben zum Thema "Consent" – im weitesten Sinne. Und das ist die zweite gute Idee.

    Irgendwie will keine deutsche Übersetzung für "Consent" so recht passen. Zustimmung, Zusage, Einverständnis. Wie viel mehr Consent sein kann, die Beiträge aus "Freie Stücke" liefern dazu ein facettenreiches Bild: Während einer Asylanhörung allein aufs Klo zu gehen hat ebenso mit Consent zu tun wie den Busen nach Jahrzehnten der Okkupation durch Männer und Babys endlich wieder für sich allein zu beanspruchen und die knifflige Frage, wie es die leidenschaftlich einvernehmliche Sexbekanntschaft mit #MeToo hält.

    Okay, nicht okay und die Frage, in welcher Welt wir leben wollen: Um nichts Geringeres geht es im "Missy"-Geburtstagsbuch.

    Sonja Eismann, Anna Mayrhauser (Hg.), "Freie Stücke. Geschichten über Selbstbestimmung", 16 Euro / 160 Seiten, Nautilus-Verlag, Hamburg 2019

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