"Herrlich bekifft": Wie sehen Sie den Münchner "Tatort"?

Ansichtssache26. Mai 2019, 17:35
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"Das können nur die Wiener", seufzt die "Süddeutsche Zeitung"

Einen "Tatort"-Kommissar nackt mit einer Frau und einem Mann im Sand liefert der Münchner Sonntagskrimi diesmal – als Flashback auf die Zeit, als Kommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) ein Surfer war und gerne die eine oder andere Tüte rauchte. Den anderen nackten Mann aus dem Flashback sieht Leitmayr im Spital wieder – jemand ist nach dem nächtlichen Surfen im Münchner Eisbach mit dem Messer auf ihn losgegangen. Das wiederum dürfte mit einem geplanten größeren Drogendeal des Surfers zu tun haben. So weit, so kompliziert – tatsächlich aber ist der Münchner "Tatort" noch viel komplizierter. Die Meinungen der Vorab-Kritiker? Ziemlich geteilt.

Und wie sehen Sie den "Tatort" "Die ewige Welle"?

orf/br/hendrik heiden

"Das können nur die Wiener"

"Dieser Tatort vom BR will viel sein und ist dann doch nichts richtig", seufzt Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung": "So viel, dass man sich zurücksehnt in den Strizzi-Tatort "Her mit der Marie" aus dem vergangenen Herbst; in dem war sogar das Schwere leicht. Aber das können nur die Wiener."

Apropos: Viel Lob bekommt der Wiener Andreas Lust in der Rolle des Jugendfreundes von Kommissar Leitmayr als Ganove, Drogenhändler und Frauenheld Mikesch Seifert (Bild).

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Wie Lust der Katastrophe entgegentaumelt

"Als Krimi taugt der 'Tatort' nicht, als Dreiecksdrama ebenso wenig, dazu bleibt er zu sehr an der Oberfläche. Er berührt aber mit jenen, die ganz unten, am Rande der Münchner Gesellschaft leben. Und auch wie Andreas Lust alias Mikesch wieder einmal der Katastrophe entgegentaumelt, macht die Mängel mehr als wett", tröstet sich Birgit Baumann im STANDARD.

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Neun von zehn Punkten

Neun von zehn Punkten vergibt auf "Spiegel online" "Tatort"-Experte Christian Buß: "Wer bei diesem aufwühlenden und melancholischen Tatort nicht unverzüglich Sehnsucht nach Portugal bekommt, hat noch nie die befreiende Macht der Atlantikbrandung gespürt. Saudade!"

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Herrlich bekifft

Oliver Jungen klingt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ebenfalls recht angetan: "Der 'Tatort' aus München ist ein herrlich bekiffter Wellenritt ins Tal der verpatzten Träume". Sein Fazit: "All das lässt sich ohne großen Anspruch, aber vergnügt lächelnd im Hängemattenmodus konsumieren, eine willkommene Pause vom Europawahldrama." (red, 26.5.2019)

Und wie sehen Sie "Die ewige Welle"? Vergnügt lächelnd? Enttäuscht? Herrlich bekifft? Hier ist Platz für Ihren Befund:

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