"Mario Kart" für Handys: Heftige Kritik an Lootboxen und Pay2Win

    23. Mai 2019, 14:11
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    Betatest gestartet – Spielerisch eigentlich gelungenes Game soll massiv auf Mikrotransaktionen getrimmt sein

    Mit Mario Kart Tour wird Nintendo im kommenden Sommer seinen kultigen Arcade-Racer auch auf Smartphones bringen. Einen Monat nach Anmeldestart hat nun der geschlossene Betatest für das Spiel begonnen.

    Obwohl der Hersteller die Veröffentlichung von Screenshots und Videos verbietet, sind bereits zahlreiche Aufnahmen im Netz zu finden. Und Nintendo ist bereits eifrig dabei, diese entferne nzu lassen. Android Police hat wiederum seine Eindrücke der Vorversion in Worte gefasst. Dort spricht man von einer "Enttäuschung".

    top of the game

    Lootboxen mit Zufallsinhalten

    Das mobile Mario Kart sei "durch und durch ein Gacha-Game", heißt es dort schon einleitend. Unter dem Begriff versteht man Spiele, die merkbar darauf getrimmt sind, User zu Mikrotransaktionen zu drängen. Und dafür greift Nintendo offenbar zu mehreren, schon in der Vergangenheit oft kritisierten Methoden.

    So gibt es etwa zwei "Währungen" im Spiel. Eine dient zum Erwerb von Lootboxen und Stamina (Ausdauer). Letztere legt fest, wie viele Rennen man noch fahren kann, ehe man pausieren muss oder über eine zweite Währung faktisch weitere Spielzeit gegen Echtgeld nachkaufen kann.

    Lootboxen lassen sich sowohl mit der erspielbaren, als auch mit der Premiumwährung kaufen. Was genau man erhält, weiß man im Vorfeld aber nicht. Karts, Fahrer und Glider werden zufällig freigeschalten.

    Bessere Fahrer verfügbar

    Hinzu kommt auch noch ein Pay2Win-Element. Denn es gibt auch besondere Fahrer, die ihren Besitzern in Rennen spielerische Vorteile verschaffen. Nintendo hat offenbar kein Problem damit, "die schlimmsten Systeme [zur Monetarsierung, Anm.] einzusetzen, die es gibt", heißt es in dem Artikel weiter. Dabei zog der Konzern erst kürzlich zwei Mobile Games aus Belgien zurück, weil diese gegen die dortigen Lootbox-Richtlinien verstoßen.

    Spielerisch gelungener "Cashgrab"

    Das sei schade, weil Mario Kart Tour spielerisch gar nicht schlecht sei. Das Steuersystem, das auf nur einen Finger setzt, brauche etwas Gewöhnung, was aber nur wenige Rennen dauere. Alternativ kann man seinen Fahrer auch durch das Drehen des Handys steuern. Die Grafik sei zudem für ein Mobile Game durchaus ansprechend.

    Doch leider sei Mario Kart Tour ein "Cashgrab", der versucht, mit seinen Monetarisierungsmechaniken Spieler an sich zu binden und zu regelmäßiger Geldausgabe zu bewegen. Selbst, wenn man in den Rennen selbst Spaß hat, sorgt das Stamina-System für frustrierende Zwangspausen.

    Man weist darauf hin, dass das Game noch nicht fertig ist und sich dementsprechend viele Dinge noch ändern können. Angesichts der Erfahrungen mit den anderen Handyspielen von Nintendo hegt man aber keine all zu großen Hoffnungen, dass sich hinsichtlich der Free2Play- und Pay2Win-Elemente noch viel bewegt. (red, 23.05.2019)

    • "Mario Kart Tour" hinterlässt keinen guten Ersteindruck.
      foto: nintendo

      "Mario Kart Tour" hinterlässt keinen guten Ersteindruck.

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