"No Man's Sky": Wie das Game vom Hassobjekt zum Fanliebling wurde

    25. Mai 2019, 10:00
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    Der Hype rund um die Weltraumsimulation war riesig – bei Release wurde von der größten Games-Enttäuschung aller Zeiten gesprochen. Mittlerweile hat sich aber alles zum Positiven gewendet

    Als Hello Games im Jahr 2013 das neue Projekt No Man's Sky präsentierte, reagierten Spieler und Games-Branche gleichermaßen erstaunt. In dem rund zweieinhalbminütigen Clip war die Rede von einer riesigen bildhübschen Spielewelt, die prozedural generiert wird. Auf der E3 2014 wurde dann auch erstes Gameplay gezeigt, und der Hype weiter entfacht. Alle Augen waren fortan auf Sean Murray und Grant Duncan gerichtet, die Gründer des britischen Studios. Kein noch so finanzstarker Hersteller hatte bislang ein derart ambitioniertes Game veröffentlicht.

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    Erste Morddrohungen

    Rund ein Jahr später musste man dann doch eingestehen, dass alles nicht so perfekt lief und man weitere Zeit brauche. Der Release von No Man's Sky wurde von Juni auf August 2016 verschoben. Spieler reagierten fassungslos. Der Hype rund um das Weltraumspiel hatte dazu geführt, dass eine Wartezeit von zwei Monaten für viele nicht infrage kam. Sean Murray erreichten daraufhin Morddrohungen. Damals nahm der Studiochef die Aufregung noch gelassen. "Keine Angst, bei uns schaut es jetzt aus wie bei 'Kevin – Allein zu Haus'", scherzte der 38-Jährige damals.

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    Hype schlug in Hass über

    Das Lachen verging dem Iren dann aber recht schnell, als No Man's Sky am 9. August 2016 veröffentlicht wurde. Presse und Spieler reagierten gleichermaßen verdutzt, was ihnen da geboten wurde. Die Erwartungen waren groß, die Enttäuschung noch größer. Die gesamte Games-Welt war sich einig: No Man's Sky ist einer der größten Flops des Jahres, wenn nicht sogar aller Zeiten. Innerhalb weniger Tage wurde das Spiel vom Hype-König zum Hassobjekt. Auf Steam wurde das Game von Spielern abgestraft und Ermittlungen wegen irreführender Werbung aufgenommen.

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    Alle gegen Hello Games

    Auch innerhalb der Branche sparte man nicht mit Kritik. Das Entwicklerstudio Novaquark bemängelte etwa, dass man "nicht mehr alles machen kann". "Es gibt ein enormes Misstrauen in der Community. Wir müssen kämpfen", ärgerte sich die Spieleschmiede über No Man's Sky. Auch in den sozialen Netzwerken entluden etliche User ihren Frust und attackierten Murray und seine Mitarbeiter. Nach neuerlichen Morddrohungen und nicht enden wollender Kritik ging Hello Games auf Tauchstation. "Wir sind aktuell sehr beschäftigt mit dem nächsten Patch", richtete man nach Monaten des Schweigens aus.

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    Erfolgreich die Kurve gekratzt

    Rund zwei Jahre vergingen, die Aufregung um No Man's Sky war längst vergessen, als das Next-Update veröffentlicht wurde. Rund um den kostenlosen Patch hatte der Hersteller versprochen, dass nun endlich die Features nachgereicht würden, die sich Spieler schon anfangs erwartet haben. Tatsächlich hatte das britische Studio Wort gehalten. "Fast nicht wiederzuerkennen", lautete etwa das Fazit bei "Game Pro" zu der neuen Version des Spiels. Auf Steam war ebenso eine Trendwende bemerkbar. Plötzlich zählte das Spiel nicht mehr zu den größten Flops der Plattform.

    Wie es mit dem Spiel weitergeht

    Zu Ende ist die Entwicklung von No Man's Sky aber noch lange nicht. Im Sommer 2019 erhält das Spiel ein weiteres kostenloses Update, das das Game weiterhin auf Vordermann bringen soll. Eine VR-Version wird es ebenso in Bälde geben. Das Engagement der Entwickler wird durchaus gewürdigt. Hatten die unendlichen Weiten kurzzeitig kaum mehr Spieler aufzuweisen, zählt das Game nun zu den 100 meistgespielten Games auf Steam. Und auch Sean Murray hat auf Twitter wieder etwas zu lachen. (Daniel Koller, 25.5.2019)

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