Rund 10.000 Kinder verletzen sich pro Jahr am Trampolin

    26. Mai 2019, 08:00
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    Trampoline haben die Gärten und Freizeitparks erobert. Mit Sicherheitsregeln könnte das Verletzungsrisiko massiv sinken

    Trampolinspringen ist bei Kindern beliebt, aber nicht ganz ungefährlich. Grazer Unfallmediziner machen darauf aufmerksam, dass österreichweit jährlich rund 10.000 Kinder nach einem Trampolinunfall im Spital landen. Mit einigen Sicherheitsregeln könnte das Verletzungsrisiko allerdings massiv sinken, sagen sie.

    Etwa 1.200 Kinder verunglücken jährlich in der Steiermark am Trampolin. "Mehr als 400 Kinder bis zu 14 Jahren werden an unserer Klinik behandelt", so Holger Till, Präsident der Vereins Große schützen Kleine und Primar der Grazer Uniklinik für Kinder- und Unfallchirurgie, die aktuelle Situation. Seit dem Beginn des Trampolinbooms im Jahr 2005 steigen die Zahlen jedoch kontinuierlich an: 2006 waren es noch 76 Patienten, berichtete Peter Spitzer vom Forschungszentrum für Kinderunfälle des Vereins. Mit Eröffnung von Indoor-Trampolinparks im Jahr 2016 habe es einen zusätzlichen Schub gegeben, schildert Spitzer den negativen Aufwärtstrend.

    Verschiedene Verletzungsgrade

    "Natürlich sind nicht alle Unfälle schwer, es sind aber auch nicht nur Knochen, die brechen", sagt der Grazer Kindermediziner. Die Palette reiche von Verstauchungen über Bänderrisse und Bänderausrisse bis hin zu Verletzungen der Wirbelsäule, des Kopfes und selbst Nierenverletzungen. Immerhin 15 Prozent der in einer Studie 275 befragten Eltern von verletzten Kindern gaben an, dass die kleinen Trampolinspringer bleibende Folgen davontrugen.

    "Wir wollen Kindern und Eltern den Spaß am Trampolinspringen nicht verderben, die Bewegung am Trampolin ist jedenfalls positiv zu bewerten. Sie unterstützt die Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit", betont Till. Viele Unfälle ließen sich einfach vermeiden, wenn bestimmte Regeln eingehalten würden, so der Klinikvorstand.

    Vor allem sei es wichtig, dass immer nur jeweils ein Kind am Trampolin hüpft, damit Kollisionen vermieden werden, erläutert Dieter Hayn vom Landesturnverband Steiermark – Sektion Trampolin. Für Kinder unter drei sei das Trampolin nicht zu empfehlen, "die Knochen halten das noch nicht aus". Jedenfalls sollten eine Federpolsterung rund um das Sprungnetz und ein Sicherheitsnetz vorhanden sein sowie die Sicherheitseinrichtungen immer wieder auf Schäden überprüft werden. Die Stellfläche sollte unbedingt eben und hart sein: "Mir wird schlecht, wenn ich sehe, wie die Trampoline teilweise aufgestellt sind", berichtet Hayn. Der Grazer Trampolintrainer hat gemeinsam mit Pia Zottmann das Buch "Sicher Trampolin springen" geschrieben.

    Kurze Einschulung

    Jedenfalls sollten Kinder, die mit dem Trampolinspringen beginnen, zuerst lernen, wie man sicher landet. Erste Saltoversuche sollten niemals ohne professionelle Hilfe unternommen werden. In Graz können Kinder die Sommerferien nützen, um mehr nützliche Tipps zu erfahren: In dem 20-stündigen Kurs "Sicheres Trampolinspringen" zeigen die Trainer vom Trampolin-und-Free-Style-Club Graz, wie man Spaß beim Hüpfen hat und die Verletzungsgefahr trotzdem so gering wie möglich halten kann. (APA, 26.5.2019)

    • Trampolinspringen unterstützt Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit.
      foto: christian fischer

      Trampolinspringen unterstützt Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit.

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