Fridays for Future: Was wollen die Jugendlichen – und ihre Eltern?

    23. Mai 2019, 15:00
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    Statt zur Schule gehen Jugendliche freitags auf die Straße, um fürs Klima zu kämpfen. Wir baten zwei Aktivisten zum Gespräch

    Die Schülerinnen und Schüler, die seit Monaten in mehr als 40 Ländern weltweit freitags auf die Straße gehen, fordern nichts Revolutionäres: Sie fordern die Einhaltung der Klimaziele, eine umweltfreundliche Verkehrspolitik und eine rasche Energiewende. Eine von ihnen ist die 18-jährige Wiener HTL-Schülerin Melanie Helm. "Ich kann jetzt etwas für meine Zukunft tun und muss nicht zuschauen, wie alles zerstört wird", beschreibt die Maturantin im Gespräch mit dem STANDARD ihre Beweggründe.

    Die Kritik, dass sie und ihre Mitschüler nur Schule schwänzen würden, hält Helm für eine "Themenverfehlung". Denn die versäumten Unterrichtsstunden müssten nachgeholt werden – und das sei gerade kurz vor der Matura sehr anstrengend. Angestoßen hat die Klimademos die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die seit Monaten freitags nicht mehr in die Schule geht, um stattdessen für nachhaltige Klimapolitik zu kämpfen.

    Mit Mama auf die Straße

    Inzwischen werden die Jugendlichen der Fridays-for-Future-Bewegung auch von der älteren Generation unterstützt. Zum Beispiel von Christian Zauner (48) mit der Initiative Parents for Future. Im Podcast spricht auch er über seine Motive. Es gehe um rasche politische Maßnahmen, die die Klimakatastrophe doch noch abwenden. "Der beste Zeitpunkt, um gegen den Klimawandel zu kämpfen, war vor dreißig Jahren. Der letzte Zeitpunkt ist jetzt", zitiert er einen Leitspruch der Klimaaktivisten.

    Über die Unterstützung durch die Elterngeneration, den breiten gesellschaftlichen Zuspruch und das oft geäußerte Lob, die Jugend würde nun "endlich politisches Interesse und Engagement" zeigen, freut sich Melanie Helm. Doch sie sagt auch: "Es muss jetzt etwas passieren." Denn konkrete politische Maßnahmen, die etwa das Abflachen der CO2-Kurve bewirken sollen, fehlen immer noch. "Wir wollen den Politikern helfen", beschreibt es Christian Zauner. Vielleicht sei den politischen Entscheidern ja noch nicht klar, dass der Klimaschutz ein "einfaches Problem ist, das die Wähler gemanagt haben wollen".

    Das ausführliche Gespräch mit Melanie Helm und Christian Zauner können Sie ab 24. 5. im Podcast "Edition Zukunft" hören.

    • Jeden Freitag gehen in Österreich Schüler auf die Straße, um auf die Folgen den Klimawandels aufmerksam zu machen.
      foto: imago

      Jeden Freitag gehen in Österreich Schüler auf die Straße, um auf die Folgen den Klimawandels aufmerksam zu machen.

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