Vom Krieg, ängstlichen Rittern und einer Zirkusrevolte

    Ansichtssache12. Juni 2019, 09:12
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    Bücher über Konflikte, Selbstüberwindung und Revolte

    buchcover: peter hammer verlag

    Nicht gleich Steine schmeißen

    Wer hat eigentlich angefangen? Und warum? Bei diesem Buch weiß man das genau: Die Originalausgabe ist 2017 in Barcelona erschienen und liegt jetzt endlich auf Deutsch vor. Zwei Dörfer, die Bewohner beider sind überzeugt, dass IHRES das schönste ist. Wahrscheinlich der Welt und auf diesem Berg sowieso. Eine Nichtigkeit reicht, der Krieg bricht los.

    Und am Ende gibt es nur Verlierer. Die Moral davon? Vielleicht hätte man einfach nur mal miteinander reden sollen, statt gleich ein paar Steine zu schmeißen. Nach diesem Buch gibt es natürlich Gesprächsbedarf. Aber es kann nicht schaden, früh genug zu lernen, wie man einen Konflikt aufdröselt und löst – und was Eitelkeit mit einer Gesellschaft machen kann.

    Fran Pintadera, Txell Darné, "Irgendein Berg". € 16,00 / 32 Seiten. Peter Hammer Verlag 2018

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    buchcover: jungbrunnen

    Reiten für ängstliche Ritter

    Welche kleine Frau, welcher kleine Mann kennt das nicht? Alle erwarten was von einer (oder einem). Aber es geht einfach nicht. Der kleine Ritter hat eben ausgerechnet Angst vor Pferden: "Wenn er ein Pferd sieht, klappern seine Zähne. Wenn er eins wiehern hört, schlottern seine Knie. Wenn er ans Reiten denkt, dann zittert er so, dass seine Rüstung scheppert."

    Da können sich Mama Ritterin und Papa Ritter noch so sehr wünschen, dass der Kleine endlich reitet. Wie gut, dass zum Hofstaat auch eine extraschlaue Ziege gehört, die ihn mit ein paar Tricks doch noch auf den Rücken eines Rosses bekommt. Zum Dank darf sich die Gute dann im Gemüsegarten gütlich tun. Herzerwärmend und genau richtig für alle, die vor einer kleinen (oder großen) Herausforderung stehen.

    Daniela Römer, Susanne Wechdorn, "Der kleine Ritter". € 15,00 / 32 Seiten. Verlag Jungbrunnen

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    buchcover: verlag knesebeck

    Revolte im Zirkus

    Karo ist ein wenig anders. Also – eigentlich ist sie so, wie die meisten Kinder sind. Sie mag keine Regeln und sie lebt am liebsten im Wald. Zufällig kommt sie zum Zirkus. So mutig und geschickt sie auch ist: Es reicht nur zur menschlichen Kanonenkugel. Das macht Karo ganz gut, aber nicht gut genug für den verklemmt-strengen Zirkusdirektor.

    Aber das ist sein Pech, denn in einem schönen Happy End revoltiert die komplette Belegschaft unter der Leitung des Löwen gegen den Mann mit dem komischen Hut ... und geht mit Karo. Und dann machen sie ihren Zirkus eben im Wald. Ohne Regeln. Dafür mit umso mehr Spaß.

    Grace Easton, "Karo Kanonenkugel und der Löwe". € 14,40 / 40 Seiten. Verlag Knesebeck 2019

    (red, 12.6.2019)

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