Sechs neue "Analog-Astronauten" für simulierte Mars-Mission rekrutiert

    20. Mai 2019, 17:18
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    Das ÖWF-Team wurde auf insgesamt 14 Personen erhöht, fünf bis sechs davon sollen die Marslandung 2020 in der Negev-Wüste üben

    Das Österreichische Weltraumforum (ÖWF) hat Zuwachs bekommen: Aus rund 100 internationalen Bewerbern wurden acht neue "Analog-Astronauten" ausgewählt, sagte Gernot Grömer vom ÖWF bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Als Analog-Astronauten werden speziell ausgebildete Raumanzugtester bezeichnet, die bei technischen Tests und Mars-Simulationen eingesetzt werden.

    Damit erhöhe sich die Anzahl der Analog-Astronauten des ÖWF auf insgesamt 14. "Das ÖWF ist die einzige Forschungseinrichtung weltweit, die auf ein bestehendes Team von Analog-Astronauten zurückgreifen kann", sagte Grömer. In einem Selektionsverfahren wurden nicht nur die Gesundheit und körperliche Fitness der Bewerber untersucht, sondern auch psychologische Faktoren und Eigenschaften. Die neuen Teammitglieder stammen aus Österreich, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, den Niederlanden, Israel und Italien. Neben sieben Männern wurde nur eine Frau rekrutiert.

    Übungsmission in Israel

    Fünf oder sechs Personen sollen bei der nächsten Mission des ÖWF von 15. Oktober bis 15. November 2020 in der Negev-Wüste in Israel "am Mars landen". "Das Gebiet ist zwar nicht so groß, wie das im Oman", sprach Grömer die letzte simulierte Mars-Mission an, dafür sei es aber sowohl die Topografie als auch die Geologie betreffend sehr vielfältig. Das ÖWF suche bei den Missionen nach Fehlern in Arbeitsabläufen und Geräten, damit diese nicht erst am Mars entdeckt werden und dort zu Problemen führen.

    In Raumanzügen, die 50 Kilogramm wiegen und die mehrere Stunden zum Anziehen benötigen, wird dann eine Mars-Mission simuliert. Das "Kontrollzentrum" befindet sich in Innsbruck. "Wir nehmen die größte Reise der Menschheit quasi schon vorweg", meinte Grömer, der mit einer ersten tatsächlichen bemannten Reise zum Mars in etwa 20 bis 30 Jahren rechnete. Der Marsanzug-Prototyp sei wie ein "Raumschiff zum Anziehen" und könne alle wesentlichen Einschränkungen eines realen Mars-Raumanzugs wiedergeben, wie etwa Gewicht, Druck-Gegenkräfte oder eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit. (APA, red, 20.5.2019)

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