Hundeliebe liegt in den Genen

    21. Mai 2019, 06:00
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    Eine britisch-schwedische Forschergemeinschaft geht der Frage nach, ob die Entscheidung, einen Hund zu halten, genetisch bedingt ist

    Hunde sind die ersten Tiere, die der Mensch vor ungefähr 15.000 domestiziert hat. Immer mehr Studien belegen, dass tägliches Spazierengehen und die Interaktion mit den Tieren gesundheitsförderlich seien.

    Schwedische und britische Forscher wollten herausfinden, ob diese Mensch-Tier-Interaktion möglicherweise auch genetisch verankert sein könnte. In Schweden gibt es ein Zwillingsregister, das als Basis diente. Zwillingsstudien haben sich in Untersuchungen bewährt, weil in ihnen Umwelteinflüsse auf unsere Gene und damit auf die Biologie und das Verhalten voneinander abgegrenzt werden können.

    Eineiige Zwillinge haben ein gleiches Genom, zweieiige teilen nur die Hälfte, Vergleiche zwischen diesen Gruppen erlauben die Klärung der Frage, ob genetische Grundlagen stärker als Umweltfaktoren für ein Verhalten entscheidend sind. Das Ergebnis: Eineiige Zwillinge sind im Vergleich zu zweieiigen öfter Hundehalter – das stützt die These, dass das Halten von Hunden Spuren in den Genen hinterlassen hat.

    Mehr als Veranlagung

    Die Folgefrage zur gesundheitsfördernden Wirkung von Hunden schlug Co-Autor Carri Westgarth von der Universität Liverpool vor: "Vielleicht hängt die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung von Hunden, die manche Studien attestieren, von der genetischen Veranlagung der eingeschlossenen Studienteilnehmenden ab", sagte sie.

    Wobei eines klar ist: "Diese Art der Auswertung von Zwillingsstudien lässt keine Schlüsse darauf zu, welche Gen-Abschnitte für die Hundeliebe eine Rolle spielen könnte", sagt Epidemiologe und Biostatistiker Patrik Magnusson vom Karolinska-Institut und ebenfalls Autor der Studie.

    Als Leiter des schwedischen Zwillingsregisters sieht er den nächsten Schritt in der Klärung der Frage, welche genetischen Varianten Hundebesitz wahrscheinlich machen und ob es Verbindungen zu Persönlichkeitsmerkmalen gibt. Auch dem Zusammenhang zwischen Hundebesitz und Allergien wolle man nachgehen. (red, 20.5.2019)

    • Wer Hunde liebt, hat es in den Genen, zeigt eine Studie. Die Domestizierung der Tiere hat Spuren in der DNA hinterlassen.
      foto: pfotenhilfe/matthias schickhofer

      Wer Hunde liebt, hat es in den Genen, zeigt eine Studie. Die Domestizierung der Tiere hat Spuren in der DNA hinterlassen.

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