Neuer Manipulationsverdacht betrifft weit mehr Daimler-Diesel

19. Mai 2019, 13:05
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Softwarefunktion für Temperaturregelung des Kühlmittelkreislaufs senkt Stickstoff-Werte am Prüfstand, aber nicht auf der Straße

Stuttgart – Der kürzlich aufgekommene Verdacht einer weiteren Manipulation von Diesel-Abgaswerten beim Autobauer Daimler könnte laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" deutlich mehr Fahrzeuge betreffen. Motoren mit der fraglichen Funktion sind nicht nur in Sportgeländewagen der Modellreihe GLK eingebaut, sondern auch in bestimmten Autos der C-, E- und S-Klasse von Mercedes-Benz.

Das hat ein Daimler-Sprecher bestätigt. Daimler hält die Funktion aber nicht für illegal. Laut "Bild am Sonntag" geht es um eine spezielle Softwarefunktion für die Temperaturregelung des Kühlmittelkreislaufs, die dafür sorge, dass die Stickoxid-Grenzwerte auf dem Prüfstand eingehalten würden, nicht aber auf der Straße. Dass die Funktion im GLK steckt und von den Behörden untersucht wird, war Mitte April bekanntgeworden. Nach Angaben des deutschen Verkehrsministerium handelt es sich um ein laufendes Verfahren aus dem Herbst 2018. Vor dessen Abschluss könne man nichts dazu sagen, hieß es.

Daimler betonte, man habe dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Funktion bereits im Mai 2018 erstmals dargelegt und kooperiere mit den Behörden. Die Anhörung dazu laufe noch. Aussagen über einen Rückruf oder die Zahl der betroffenen Fahrzeuge seien daher zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation. Für knapp 700.000 Diesel-Fahrzeuge hat das KBA Daimler bereits zu einem Rückruf verpflichtet. Insgesamt etwa drei Millionen Autos rüstet Daimler auf freiwilliger Basis per Software-Update nach. (APA, dpa, 19.5.2019)

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