Eishockey-WM: Österreich verliert auch gegen Norwegen

    17. Mai 2019, 18:39
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    Fünfte Niederlage im fünften Spiel bei der Eishockey-WM in der Slowakei

    Bratislava – Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Slowakei das erste Schlüsselspiel um den Klassenerhalt verloren. Die ÖEHV-Auswahl unterlag am Freitag in Bratislava Norwegen mit 3:5 (0:1, 1:1, 2:3) und ist damit auch nach fünf Spielen punktelos.

    Die Chancenauswertung machte in einer ausgeglichenen Partie den Unterschied. Österreich lief nach einem Treffer von Christian Bull (3.) früh einem Rückstand nach, schaffte zweimal durch Peter Schneider mit zwei Mann mehr auf dem Eis (23.) und Konstantin Komarek (50.) den Ausgleich. Johannes Johannesen (37.), Alexander Reichenberger (51.) und Bull (54.) sorgten aber für den Sieg der abgeklärteren Norweger. Den Anschlusstreffer von Dominique Heinrich 50 Sekunden vor Schluss beantwortete Bull acht Sekunden später mit einem Treffer ins leere Tor zum Endstand.

    Damit kommt es im abschließenden Spiel am Montag (20.15 Uhr) gegen Aufsteiger Italien zum direkten Duell um den Klassenerhalt. Davor wartet am Sonntag (16.15 Uhr) Tschechien.

    Starkbaum schnell geschlagen

    Teamchef Roger Bader konnte nicht wie geplant Torhüter David Kickert einsetzen, der sich am Vortag verletzt hatte. Bernhard Starkbaum stand wie am Vortag gegen Schweden im Tor und musste sich gleich beim zweiten Torschuss geschlagen geben. Nach gewonnenem Bully, einem von vielen im Verlauf des Spiels, zog Bull ab und brachte die Norweger nach 121 Sekunden in Führung.

    Die Bader-Truppe war den Skandinaviern, die seit 2006 in der A-WM spielen, ebenbürtig. Komarek (12.) und Raphael Herburger (18.) hatte noch vor der ersten Pause gute Möglichkeiten auf den Ausgleich.

    Im doppelten Überzahlspiel klappte es endlich. Schneider zog ab und traf zum 1:1 (23.). Doch die Norweger schlugen zurück. Nach einem Konter schob Johannesen die Scheibe zwischen die Schoner von Starkbaum zum 2:1 durch (37.).

    Im Schlussdrittel brachten die Österreicher mehr Schüsse vor das Tor von Henrik Holm. Es zahlte sich aus, Komarek traf nach einem Getümmel ins kurze Eck (50.). Die Freude währte aber nur 56 Sekunden. Reichenberger brachte die Skandinavier zum dritten und letztlich entscheidenden Mal in Führung (51.), Bull mit seinem zweiten Treffer (54.) fixierte den Sieg.

    Die Schlussoffensive mit einem sechsten Feldspieler statt Starkbaum brachte durch Heinrich noch einmal Hoffnung, aber nicht mehr die Wende. (APA, 17.5.2019)

    Eishockey-WM in Bratislava am Freitag (Gruppe B):

    Österreich – Norwegen 3:5 (0:1, 1:1, 2:3)
    Bratislava, Ondrej-Nepela-Arena, 8.196

    Tore: Schneider (23./PP2), Komarek (50.), Heinrich (60.) bzw. Bull (3., 54., 60./EN), Johannesen (37.), Reichenberger (51.). Strafminuten: 4 bzw. 8.

    Österreich: Starkbaum – Pallestrang, Heinrich; Schumnig, Unterweger; Schlacher, Strong; Peter – Schneider, Herburger, T. Raffl; M. Raffl, Komarek, Hofer; Haudum, Rauchenwald, Zwerger; Ganahl, Hundertpfund, Obrist; Baumgartner

    Norwegen: Holm – Holos, Bonsaksen; Espeland, Lesund; Johannesen, Bull; Kaasastul, Norstebo – Thoresen, Olimb, Olden; Valkä Olsen, Haga, Trettenes; Martinsen, Lindström, Reichenberg; Röst, Forsberg, Roymark

    Stimmen:

    Roger Bader (Teamchef Österreich): "Ich sah uns nicht auf Augenhöhe, ich sah uns besser. Wir waren die spielbestimmende Mannschaft mit deutlich mehr Torchancen, dann ist es umso bitterer, wenn man am Schluss mit null Punkten dasteht. Wir sollten nach zwei Drittel führen und nicht hinten sein. Wir haben zu viele Gegentore bekommen, leichte Gegentore, es waren nicht Wahnsinnschancen. Es war sicher nicht das beste Spiel aus Sicht des Torhüters heute. Wir brauchen eine Torhüterleistungen über 90 Prozent (gehaltener Schüsse), das ist Fakt. Das hatten wir noch in keinem Spiel hier. Es ist nicht fair, das allein auf den Torhüter zu setzen, aber es war sicher ein Faktum. Ganz klar."

    Thomas Raffl (Kapitän): "Bitter, wir waren im Großteil des Spiels die bessere Mannschaft, haben ihnen unser Spiel aufzwingen können. Hin und wieder hatten wir unsere Breakdowns, wo die Norweger zugeschlagen haben. Wir bleiben positiv, wir hatten die Chance, jetzt heißt es weiter und am Ende zählt das Spiel gegen Italien. Hin und wieder schießt man Tore und weiß nicht, warum sie reingehen, manchmal schießt du und es geht nichts rein."

    Konstantin Komarek: "Sehr, sehr, sehr bitter. Am Eis hat es sich angefühlt wie die bessere Mannschaft, bis auf unsere eigenen Fehler. Das sind Eigenfehler, die nicht passieren dürfen, wo wir ihnen die Punkte serviert haben. Das kann man auf diesem Niveau nicht machen. Deshalb stehen wir mit null Punkten da und Norwegen mit drei. Drei Tore in so einem Spiel ist recht gut, da solltest du ein Eishockey-Spiel gewinnen, mehr als zwei sollst du nicht bekommen. Wenn wir unsere Defensivleistung so machen, wie wir das besprochen haben, hätten wir heute drei Punkte gemacht."

    Dominique Heinrich: "Bitter, dass man wieder verliert, aber es war ein Schritt in die richtige Richtung. Die Defensivarbeit müssen wir verbessern, wir geben die Gegentore zu leicht her. Man kann uns heute wenig Vorwürfe machen. Es ändert nicht sehr viel an unserer Ausgangsposition. Wir brauchen trotzdem einen Sieg gegen die Italiener, den hätten wir auch gebraucht, wenn wir drei Punkte geholt hätten."

    • Österreich unten.
      foto: apa/afp/vladimir simicek

      Österreich unten.

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