Schule in Seekirchen nach Sektenvorwurf geschlossen

    17. Mai 2019, 14:13
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    An der Weinbergschule wurde nach der Schetinin-Pädagogik unterrichtet. Ihr wurde das Recht auf Schulführung entzogen

    Salzburg – Die wegen ihrer sektenartigen Strukturen in die Kritik geratene Weinbergschule am Zachiesenhof in Seekirchen am Wallersee wurde am Freitag geschlossen. Die Bildungsdirektion Salzburg hat der Schulleitung das Recht auf Schulführung entzogen. Es gebe schwerwiegende Gründe, warum dieser Bescheid ausgestellt wurde, heißt es vom Land Salzburg.

    Bildungslandesrätin Maria Hutter (ÖVP) begrüßt die Entscheidung der Bildungsdirektion. "Für jedes der Kinder aus Salzburg wurde bereits ein Schulplatz sichergestellt." Sieben der 18 schulpflichtigen Kinder kommen aus Salzburg. Sie können nun eine Pflichtschule am Hauptwohnsitz besuchen.

    Esoterische Ideologie

    Die private Schule der "Werktätigen Christen" in Seekirchen kam nach einer "Am Schauplatz"-Sendung in die Kritik. An der Schule wurde nach der russischen Schetinin-Pädagogik unterrichtet. Kindern soll dabei sogenanntes "natürliches Lernen" vermittelt werden. Anhänger sprechen in Videos etwa von Wissensosmose.

    Die Bundesstelle für Sektenfragen beschäftigt sich seit 2004 mit der Gemeinschaft. Sie sieht in der Weinbergschule ein "abgeschlossenes System" mit erschwertem Kontakt nach außen und esoterischer Ideologie.

    Anfang 2018 leitete das Unterrichtsministerium ein Verfahren zum Entzug des Öffentlichkeitsrechts ein. Es lag der Verdacht vor, dass die Lebensgemeinschaft auf dem Bauernhof sektenartig organisiert ist und umstrittene Lehrmethoden einsetzt. Dieses Verfahren ist nun abgeschlossen mit dem Ergebnis, dass die Schule schließen muss. (Stefanie Ruep, 17.5.2019)

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