Amazon steigt bei Lieferdienst Deliveroo ein

    17. Mai 2019, 11:10
    1 Posting

    Zusätzliches Geld auch von Altaktionären – Rivalen unter Druck

    Der US-Internethändler Amazon steigt ins Essen-Liefergeschäft ein. Angesichts des Engagements beim britischen Bringdienst Deliveroo fühlen sich dessen Rivalen unter Druck. Deliveroo teilte am Freitag mit, Amazon habe die jüngste, 575 Millionen Dollar (513 Mio. Euro) schwere Finanzierungsrunde angeführt, mit deren Hilfe man in Technik und den Ausbau des Geschäfts investieren wolle.

    Auch die Altaktionäre von Deliveroo, die Investoren T Rowe Price, Fidelity und Research Company, hätten zusätzliches Geld gegeben.

    In 14 Ländern aktiv

    Insgesamt haben Investoren damit 1,53 Mrd. Dollar in das 2013 gegründete Unternehmen gesteckt. Deliveroo ist in 14 Ländern aktiv, darunter auch in Deutschland, und hat nach eigenen Angaben 60.000 Fahrradkuriere unter Vertrag, die Menüs aus 80.000 Restaurants ins Haus liefern. Amazon hatte vorher selbst vergeblich versucht, in Großbritannien einen Restaurant-Lieferdienst aufzubauen.

    Die Aktien von Delivery Hero fielen am Freitag um bis zu 5,6 Prozent. In Amsterdam verloren die Titel der Lieferando-Mutter Takeaway 6,5 Prozent. Sie hatte im Dezember auch das Deutschland-Geschäft von Delivery Hero ("Lieferheld", "Pizza.de", "Foodora") übernommen. Foodora gilt als schärfster Konkurrent von Deliveroo in Deutschland; beide sind im oberen Marktsegment zuhause. In Österreich ist Delivery Hero mit Mjam vertreten. Die Papiere des britischen Deliveroo-Rivalen Just Eat verbilligten sich sogar um mehr als zehn Prozent.

    Befürchtungen

    Anleger fürchten, dass Just Eat zwischen den finanzstarken Online-Riesen Amazon und Uber zerquetscht werden könnte. Der Fahrdienst hat mit Uber Eats selbst einen Lieferdienst aufgebaut. Die Angst vor einem wachsenden Konkurrenzdruck durch Deliveroo sei überzogen, schrieb jedoch Ian Whittaker von der Investmentbank Liberum. Vor allem Just Eat habe als Nummer eins in Großbritannien wenig zu befürchten, da der Marktanteil für den wirtschaftlichen Erfolg entscheidend sei. (Reuters/APA, 17.5.2019)

    • Deliveroo ist in 14 Ländern aktiv.
      foto: reuters/phil noble

      Deliveroo ist in 14 Ländern aktiv.

    Share if you care.