Neues Projekt analysiert Auswirkungen der zunehmenden Lichtverschmutzung

    Video16. Mai 2019, 10:00
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    "Internationaler Tag des Lichts" der UNESCO am Donnerstag

    foto: nasa
    Italien bei nacht, gesehen vom Weltraum aus. Wirklich finster wird es in Europa nur mehr an ganz wenigen Orten.

    Wien – Ein auf zwei Jahre angelegtes wissenschaftliches Projekt macht sich an die Vermessung der Auswirkungen der sogenannten Lichtverschmutzung, die dazu führt, dass es mittlerweile kaum mehr Plätze gibt, an denen es in der Nacht wirklich völlig dunkel ist. Unter der Leitung des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien werden Forscher unter anderem analysieren, wie stark Kunstlicht das Dunkel der Nacht in Österreich verdrängt.

    Neben dem NHM als Koordinator sind an dem mit über 220.000 Euro von der EU und dem Landwirtschaftsministerium geförderten Projekt mit dem Titel "Lebensraum Naturnacht" auch der Verein Kuffner-Sternwarte, das E.C.O. Institut für Ökologie und der Umweltdachverband beteiligt, wie das NHM anlässlich des "Internationalen Tag des Lichts" der UNESCO am Donnerstag mitteilte.

    Das künstliche Licht verdrängt die Nacht immer mehr: Allein das von Wien aus ungenutzt abgestrahlte Licht nimmt pro Jahr um sechs Prozent zu. Das entspricht insgesamt einer Verdopplung in weniger als zwölf Jahren. Wie dieser Prozess voranschreitet und wie dem entgegengewirkt werden kann, wird etwa der Astronom Günther Wuchterl untersuchen.

    nasa goddard
    Video: Die Erde bei Nacht.

    Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Menschen

    Auch die Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt und auf die innere Uhr und Gesundheit des Menschen sollen beleuchtet werden. Das in Klagenfurt ansässige E.C.O. möchte etwa Empfehlungen für Schutzgebiete ausarbeiten. Außerdem gehe es um die Entwicklung von "naturpädagogischen Angeboten", um die Öffentlichkeit auch in Veranstaltungen auf das Thema aufmerksam zu machen.

    Für den Direktor des NHM, Christian Köberl, geht es bei dem Thema "nicht nur um das Erlebnis der Naturnacht, sondern auch um Umweltbelastungen und die Verschwendung gigantischer Mengen an Energie und Ressourcen". (APA, red, 16.5.2019)

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