Vier weitere Radprofis nach "Operation Aderlass" unter Verdacht

    15. Mai 2019, 12:09
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    Petacchi, Koren, Durasek und Bozic wurden laut UCI über mögliche Dopingvergehen informiert

    Wien/Aigle – Die Liste der mutmaßlich in den Blutdopingskandal um den deutschen Arzt Mark S. verwickelten Sportler soll 21 Namen umfassen. Seit Mittwoch sind schon 15 bekannt. Der Radsport-Weltverband (UCI) nannte zwei aktive und zwei ehemalige Profis als neue Verdachtsfälle und suspendierte das Quartett. Prominentester Verdächtiger ist Alessandro Petacchi (ITA). Der Ex-Sprintstar wies die Anschuldigungen zurück.

    Die UCI hat laut einer Mitteilung vom Mittwoch die Ex-Profis Petacchi und Borut Bozic (SLO) sowie die aktuellen Profis Kristijan Durasek (CRO/Team UAE) und Kristijan Koren (SLO/Team Bahrain) über mögliche Regelverstöße, nämlich den Gebrauch einer verbotenen Methode, informiert und suspendiert. Bei Durasek soll das Vergehen 2017, bei den anderen drei in den Jahren 2012 und 2013 erfolgt sein.

    Die UCI beruft sich auf Informationen, die sie von österreichischen Behörden erhalten hat. Der Sprecher des Bundeskriminalamts, Vincenz Kriegs-Au, erklärte auf Anfrage, dass die Namen im Zuge eines europaweiten Informationsaustauschs bei Europol in Den Haag bekannt geworden seien. In Österreich sei aber gegen keinen der vier ein Verfahren anhängig.

    Die "Operation Aderlass" zur Aufdeckung eines Blutdopingrings hatte mit Razzien während der nordischen Ski-WM in Seefeld sowie in der deutschen Stadt Erfurt am 27. Februar für Aufsehen gesorgt. Dabei hatten die Behörden wichtige Beweise gesammelt. Der österreichische Skilangläufer Max Hauke etwa war während der Rückführung von Eigenblut vor einem Rennen erwischt worden.

    Keine Ahnung

    Die in dieser Affäre federführende Anti-Doping-Staatsanwaltschaft München I hatte erklärt, 21 Sportler (in der Mehrzahl Männer) aus acht Ländern und fünf Sportarten seien verdächtig, in den Fall verwickelt zu sein. Der Großteil von ihnen hat Geständnisse abgelegt, teilweise nach der Festnahme, zwei von ihnen (Georg Preidler und Danilo Hondo) unter dem Druck der Ereignisse auf eigene Initiative. Nun sind 15 Namen und sieben von acht Herkunftsländern (Österreich 5, Estland 3, Deutschland 2, Slowenien 2, Italien 1, Kroatien 1 und Kasachstan 1) bekannt.

    Petacchis Name war schon am Dienstag in italienischen Zeitungen genannt worden. Der 45-Jährige erklärte am Rande des Giro d'Italia, er sei nie bei Mark S. gewesen, habe nie eine Bluttransfusion erhalten und wisse nicht, wieso sein Name im Zuge der Ermittlungen aufgetaucht sein soll. Der Sprintstar hatte in den 2000er-Jahren zahlreiche Siege, unter anderem bei der Tour de France (6 Etappensiege), dem Giro d'Italia (22) und der Vuelta a Espana (20) gefeiert. Er hatte seine Karriere 2015 beendet.

    Bozic (38) hat seine Karriere im Bahrain-Team Ende 2018 beendet und ist nun einer der Sportdirektoren im Team von Vincenzo Nibali und Hermann Pernsteiner. Koren (32) war aktuell im Giro d'Italia engagiert, Durasek (31) trat im UAE-Trikot am Mittwoch nicht mehr zur vierten Etappe der Kalifornien-Rundfahrt an. (APA, 15.5.2019)

    • Der ehemalige Sprintstar Alessandro Petacchi hat ein Problem.
      foto: apa/afp/pascal pavani

      Der ehemalige Sprintstar Alessandro Petacchi hat ein Problem.

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