Hoamatlschutz

Einserkastl14. Mai 2019, 17:40
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Man sollte dem gesunden Volksempfinden viel mehr Raum geben

Bei einer etwas fiesen Umfrage in Trump's Own Country sprachen sich jüngst 56 Prozent der Befragten dagegen aus, dass in Schulen die "arabischen Ziffern" unterrichtet werden, 15 Prozent ist es egal. Die so böse hereingelegten Gutmeinenden, die nur ihr amerikanisches Hoamatl beschützen wollen, würden bestimmt auch gerne das förmlich von Terrorismus triefende al-Dschabr aus ihrem Bildungssystem entfernen. Auch Algebra genannt.

Auf die Formulierung kommt es an. "Wollen Sie sich bei der Zubereitung unseres Kulturgutes Schnitzel von den miesmuschelfressenden Brüsseler Bürokraten etwas dreinreden lassen?" Nein, spinnen die? "Sind Sie für die Aufhebung des Verbots krebserregender Frittierverfahren in der EU?" Nein, so eine Frechheit!

Auf alle Fälle sollte man dem gesunden Volksempfinden viel mehr Raum geben. Etwa in der Kunst. Da werden vorbildliche Schritte gesetzt. Bei der Filmförderung wird endlich die bevorzugt behandelte Sparte "Heimatfilm" eingeführt. Es gibt in der türkis-blauen Führung derzeit aber noch eine respektvoll geführte Debatte darüber, ob die originale Heimat nicht doch jene vor dem Bevölkerungsaustausch durch die Römer mit ihrer Warmduscher-Antike ist. Eine Entsendung des Malers Odin Wiesinger zur nächsten Biennale in Venedig wäre auf alle Fälle eine integrative Geste. Wenn wir dort überhaupt noch hinfahren, in dieses Sodom und Gonorrhö. (Gudrun Harrer, 14.5.2019)

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