Brand in Simmering: Brandstiftung ausgeschlossen

    14. Mai 2019, 11:29
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    Der Ort des Feuerausbruchs konnte eingegrenzt werden. Die Bewohner der unteren Geschoße konnten Habseligkeiten aus den Wohnungen holen

    Wien – Bei dem Brand in Wien-Simmering am vergangenen Samstag sind die Ermittler bei der Ursachenforschung ein großes Stück vorangekommen. Brandstiftung ist demnach auszuschließen, sagte der Leiter der Brandermittlergruppe des Landeskriminalamtes, Armin Ortner, am Dienstag.

    Ortner zufolge haben die Beamten mittlerweile auch den Entstehungsort des Feuers eingegrenzt. Demnach brach es im Dachgeschoß im Bereich von drei Wohnungen auf der dem Enkplatz zugewandten Seite etwa zehn bis 20 Meter vom Eck zur Simmeringer Hauptstraße entfernt aus. "Diese drei Wohnungen müssen wir uns nun genauer ansehen", meinte Ortner.

    Keine genauen Angaben zur Ursache

    Was die Brandursache betrifft, konnten die Ermittler bisher noch keine genaueren Eingrenzungen finden. "Es geht jetzt darum, dass wir mögliche Ursachen finden, überprüfen und ausschließen. Bis im Optimalfall nur mehr eine übrig bleibt", erläuterte der Chefinspektor.

    Ortner wies darauf hin, dass das Haus in den Fünfzigerjahren errichtet wurde. Dementsprechend alt sind auch die Installationen, was die Ermittler mitberücksichtigen. Dem damaligen Standard entsprechend sind auch die Brandschutzeinrichtungen, was eine mögliche Erklärung für die rasante Ausbreitung des Feuers über etwa 200 Meter wäre. Augenzeugen hätten von einer regelrechten Feuerwalze gesprochen. Auch die Dachgeschoßwohnungen waren bereits in den Fünfzigerjahren beim Neubau errichtet worden.

    Ortner lobte die hervorragende Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen am Ort des Geschehens. Er wies immer in dem Zusammenhang auch auf die Rolle der Sanierungsfirma hin, die bereits mit Hochdruck an der Reparatur des Hauses arbeitete.

    Sicherungsarbeiten gehen weiter

    Die Sicherungsarbeiten sind auch am Dienstag fortgesetzt worden. Laut dem Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr, Gerald Schimpf, konnten noch am Montagabend die Bewohner der unteren Stockwerke von vier Stiegen des Hauses vorübergehend in ihre Appartements zurückkehren, um einige Habseligkeiten zu holen.

    "Das betrifft vor allem die Geschoße bis einschließlich des dritten Stocks", sagte Schimpf. In den stärker betroffenen Regionen – also im vierten Stock direkt unter dem zerstörten Dachgeschoß – waren auch statische Maßnahmen erforderlich. Die Feuerwehr habe an Ort und Stelle nach wie vor die Einsatzleitung über, sagte Schimpf. Es gehe um die Koordination zwischen den Einsatzorganisationen und anderen an den Sicherungs- und Aufräumarbeiten beteiligten Organisationen. Die eigentlichen Arbeiten wurden aber "Stück für Stück" an Fachfirmen übergeben.

    Nur eine Stiege offen

    Bis Bewohner in das Haus zurückkehren können, wird es aber noch dauern. Laut der städtischen Gruppe für Sofortmaßnahmen wird Ende der Woche nur eine Stiege wieder für die Bewohner freigegeben werden. Die anderen müssen bis zu einer Rückkehr wohl noch einige Wochen warten, hieß es.

    Man sei zuversichtlich, eine Stiege aufmachen zu können, wurde auf Anfrage betont. Vorerst ist nur eine temporäre Rückkehr möglich.

    Auch jenen Menschen, die in dem vom Feuer vernichteten Dachgeschoß gewohnt haben, wird angeboten, diesen Bereich zu besuchen – auch wenn sie dort ihre Wohnungen nicht mehr vorfinden werden. Man wolle aber auch diesen Personen die Möglichkeit geben, sich ein Bild von der Situation zu machen. Psychologisch unterstützt werden die Betroffenen von einem Team der Akutbetreuung.

    Viele Spenden seit Caritas-Aufruf

    Unterdessen hat die Caritas großes Echo auf ihren Spendenaufruf für die Betroffenen des Brandes erhalten. Wie Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas der Erzdiözese Wien, mitteilte, wurden bereits mehrere Tausend Euro nur über Facebook gespendet. Schwertner sprach von "großer Solidarität und Bereitschaft zu helfen. Nachbarschaftshilfe funktioniert großartig." Alle würden zusammenhelfen, "Bezirk, lokale Vereine, Kirchen". Darüber hinaus hätten sich viele Simmeringer Firmen gemeldet, die unterstützen wollen. "Derzeit werden keine Sachspenden mehr benötigt. Es gibt bereits ein großes volles Lager", sagte Schwertner.

    71er fährt wieder normal

    Auch bei den Wiener Linien war Rückkehr zur Normalität angesagt. Die Straßenbahnlinie 71 – wegen des Brandes im Bereich Enkplatz unterbrochen – verkehrte seit den Morgenstunden des Dienstags wieder normal. (APA, 14.5.2019)

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    Infos zu Spenden:

    Spendenkonten der Caritas Erzdiözese Wien: RBI Raiffeisen Bank International, BIC: RZBAATWW, IBAN: AT16 3100 0004 0405 0050, Kennwort: Simmering/Großbrand.

    Spenden sind auch über caritas-wien.at möglich, Kennwort Simmering/Großbrand angeben. Außerdem gibt es eine Spendenaktion auf Facebook.

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