"Rundumadum"-Weg: Einmal um Wien herumwandern

    16. Mai 2019, 06:00
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    Der Weg führt über 120 Kilometer und 24 Etappen durch den Grüngürtel der Hauptstadt. Es gibt viele Tage lang immer wieder Unbekanntes zu entdecken

    Es war 2005, da kam Wien zum hundertjährigen Bestehen seines Grüngürtels auf die Idee, den "Rundumadum"-Wanderweg zu errichten. Die 120 Kilometer lange Strecke entlang des Stadtrands wurde in 24 angenehme Portionen unterteilt, die einzeln oder kombiniert zu bewältigen sind. Den gesamten Weg kann man als schönes Projekt für einen Sommer sehen.

    Die meisten Etappen des Weges wurden abseits von Straßen gelegt – aber natürlich nicht alle. Die Strecke ist mit einem herzförmigen roten Apfel auf weißem Grund beschildert; da und dort ist nur ein weißer Apfel auf Bäume gesprayt. Oft dauert eine Etappe zwei bis zweieinhalb Stunden.

    Alternativen mit Hund

    Unter wien.gv.at gibt es genaue Beschreibungen der einzelnen Abschnitte, die als PDF verfügbar sind. Ein mobiler Stadtplan auf dem Smartphone zeigt einem überdies an, wo man sich gerade befindet. Dort, wo man mit Hund nicht durchgehen darf (etwa Lainzer Tiergarten und Zentralfriedhof), werden Alternativstrecken angeboten.

    Auf der gesamten Route liegen weniger bekannte Ecken der Stadt. So finden sich entlang des Liesingbachs, in der Lobau, entlang des Marchfeldkanals oder auf dem Bisamberg viele schöne Plätze.

    Der anstrengendste Teil ist der schöne, steile Nasenweg auf den Leopoldsberg – er entspricht der ersten Etappe (siehe Karte). Engagierte Wanderer hängen gleich die zweite an und kommen so auf rund 15 Kilometer oder fünf Stunden. (Johanna Ruzicka, 16.5.2019)

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    Service & Info

    karte: der standard

    Startpunkt: Nussdorf, erreichbar mit Straßenbahnlinie D. Die Donaupromenade entlang bis zum Kahlenbergerdorf. Dort via Nasenweg auf den Leopoldsberg. Weiter am Kahlenberg vorbei über Sulzwiese bis zum Cobenzl. Mit dem Bus 38A retour. Eine recht lange Strecke.

    Etappe 2: Mit dem Bus 38A ab Heiligenstadt zum Cobenzl, dort beim Parkplatz rechts rauf über Jägerwiese, Hermannskogel bis zum Häuserl am Roan. Zurück mit dem 43A bis Neuwaldegg, wo einen die Straßenbahn 43 bis Schottentor bringt.

    Etappe 3: Mit der Straßenbahn 43 ab Schottentor bis Endstation, von dort mit dem 43A bis Haltestelle Häuserl am Roan. Dort immer die kleinen Schilder mit dem herzförmigen Apfel entlang: Hameau, Schwarzenbergallee, Marswiese. Von dort mit dem 43A zur Straßenbahn 43.

    Etappe 4: Mit der Straßenbahn 43 bis Endstation Neuwaldegg, dort mit dem 43A bis zur Station Marswiese (dort muss man sich links halten, durch eine Straßenunterführung durch), danach rechts in den Wald hinein. An Hanslteich und Schottenhof vorbei über die Kreuzeichenwiese zur Jubiläumswarte und dann runter zur Feuerwache am Steinhof. Bus 46A führt zur U-Bahn-Endstelle Ottakring.

    Etappe 5: Ein eher kurzes Stück, eine Stunde oder so. Mit der U3 zur Endstation Ottakring, dort mit dem Bus 46B bis zur Feuerwache am Steinhof. Durch Steinhofgründe und Dehnepark durch (dort dem auf die Bäume gesprayten weißen Apfel folgen) und dann kurz durch besiedeltes Gebiet bis zur U4 Hütteldorf.

    Etappe 6: Mit der U4 nach Hütteldorf, über die Fußgängerbrücke hinüber und via Nikolaitor in den Lainzer Tiergarten. Einen Bogen rauf zum Rohrhaus und runter an der Hermesvilla vorbei zum Lainzer Tor. Gut gekennzeichnet. Dauer etwa 2,5 Stunden. Zurück etwas umständlich mit Bus 55A Endstation Speising und dann Straßenbahn.

    Etappe 7: Start beim Lainzer Tiergarten, Lainzer Tor immer Richtung Gütenbachtor. Dort raus und links Richtung Stadt durch Wald und Wiesen und neben dem Pappelteich bis nach Kalksburg. Durch den Ort bis zum Liesingbach. Den immer entlang bis Breitenfurter Straße / Liesingbrücke. Dort mit einem der Busse (ÖBB-Postbusse 253, 254, 259) zur Schnellbahnstation Liesing. Etwa zweieinhalb Stunden.

    Etappe 8: Man geht von der Bushaltestelle Breitenfurter Straße / Liesingbrücke eine schmale Straße zum Liesingbach und den immer entlang, nicht weit, bis zum Platz vor dem Bahnhof Liesing. Dort die Schnellbahnunterführung durch, und dahinter fließt wieder die Liesing. Immer den Bach entlang. Am Atzgersdorfer Platz schlechte Beschilderung. Am besten geht man die Brunner Straße entlang, bis wieder der Liesingbach erscheint. Den immer weiter bis zu den mächtigen Wohnblöcken von Alterlaa. Mit der U6 zurück in die Stadt. Dauer etwa 2 Stunden.

    Etappe 9: Von der U6-Haltestelle Alterlaa ein Stück stadteinwärts zum Liesingbach und den rechts immer entlang. Viel Autobahnbeton. Mehr Hinweise wären nicht schlecht. Durchs Gelände des Wienerbergs, dann Stopp bei der Neilreichgasse und retour mit der Straßenbahn 67 zur U1-Station Reumannplatz. Dauer: keine eineinhalb Stunden.

    Etappen 10 und 11: Weiter geht es durch Favoriten. Gemeindebauten, Zäune, die man ewig entlanghatschen muss, und Ampeln mit für Fußgänger endlos langen Wartezeiten. Es geht durch Laaer Volkspark und Laaer Wald. Später durch weite Felder – Stadterweiterungsgebiet hinunter Richtung Simmering. Mit der Schnellbahn ab Station Zentralfriedhof kommt man gut zurück in die Stadt.

    Die 12. Etappe führt durch Simmering. Zuerst mit der Schnellbahn bis zum Zentralfriedhof. Beim Tor 11 rein und beim Haupttor raus. Dann ein Stück zurück Richtung Stadt und rechts rein Richtung Feuerhalle und Urnenhalle. Bei Schloss Neugebäude runter und parallel zum Schloss beziehungsweise Kaiser-Ebersdorfer-Straße weiter. Es folgt ein nicht so ansprechendes Stück durch verbautes Gebiet und laute Straßen (Zinnergasse) bis Neu Albern. Mit dem Bus 76A zurück zur U3. Dauer 2 Stunden.

    13. Etappe mit Donaukanal, Donau und Neuer Donau. Startpunkt ist die Haltestelle Zinnergasse des 73A, der ab U3 Simmering nach Neu Albern fährt. Es geht über eine Autobrücke Richtung Norden zur Donau. Die Freudenauer Hafenstraße entlang und über die Mauer von der Freudenauer Schiffsschleuse und dann über die Mauer des Freudenauer Kraftwerks. Auf der Donauinsel angekommen, geht es "zurück" (links) Richtung Kaisermühlen. Bei der Steinspornbrücke über die Neue Donau. Endpunkt beim Gasthaus Roter Hiasl. Zurück mit dem Bus 92B bis zur U2-Station Donaustadtbrücke. Eine interessante Tour. So eineinhalb Stunden.

    Etappe 14: Vom Biberhaufenweg beziehungsweise der Waldschule Lobau im Bogen durch die Donauauen. Vorbei an der Dechantlacke über Biberhaufen und Panozzalacke. Kleine Suche nach der Bushaltestelle Lobgrundstraße, wo einen der 92B bis zur U2 Donaustadtbrücke zurückbringt. Also dorthin, wo man gestartet ist. Eine der schönsten Etappen, circa eineinhalb Stunden.

    Etappen 15 und 16: Es geht durch die Lobau bis zur Esslinger Furt. Start bei der Panozzalacke, 92B-Haltestelle Lobgrundstraße. Immer durch die Donauauen, meistens auf einem eher breiten Forstweg. Beim Nationalparkcamp gibt es keine Öffis, deshalb weiter nach Essling, die Kirschenallee hinauf bis zur Bushaltestelle 98A. Der Bus bringt zur U2 Aspernstraße.

    Etappen 17 und 18: Stadterweiterungsgebiet, wie man sich es vorstellt. Viel wird gebaut, aber noch immer gibt es ein paar G'stetten, wie lange noch, ist fraglich. Start bei der Haltestelle Bambergergasse des 98A. Vorgehen zur Kirschenallee. Nach etwa eineinhalb Stunden querfeldein und über stark befahrene Straßen (Esslinger Straße, links vorbei am Lidl). Auch über ein Bahngleis muss man. Auf der Breitenleer Straße, Haltestelle Agavenweg, mit dem Bus 24A zur U1 Kagraner Platz.

    Etappen 19 und 20: Der Norden Wiens ist erreicht. Schotterteiche, Felder, Golfclub und Autobahnüberführungen und Bahnunterführungen. Man kommt an der Ludwig-Reiter-Schuhmanufaktur im idyllischen Gutshof Süßenbrunn vorbei, wo es einen Fabriksverkauf gibt. Start bei der 24A-Haltestelle Agavenweg, Endpunkt bei der Schnellbahnbahnstation Gerasdorf. Zweieinhalb Stunden.

    Etappe 21: Ganz im Zeichen des Marchfeldkanals. Mit der Schnellbahn bis Gerasdorf (Station gehört zu Wien, man braucht keinen Extrafahrschein). Ziemlich lang durch Gerasdorf (was okay ist, aber trotzdem schade, weil der Marchfeldkanal ein bisserl nördlich zwischen Feldern fließt). Dann erreicht man den Kanal endlich. Den immer entlang bis Stammersdorf und dann mit der Straßenbahn 30 oder 31 zurück in die Stadt. Sehr oft Ziesel-Schutzgebiet.

    Etappe 22: Durch Stammersdorfer Felder und Weingärten. Hin mit dem Bus 426 ab Floridsdorfer Spitz bis zum Rendezvousberg. In einem Bogen beim Magdalenenhof am Bisamberg vorbei bis zum Steinernen Kreuz. Retour zum Floridsdorfer Spitz mit Bus 228. Gut eineinhalb Stunden.

    Etappe 23: Vom Startpunkt Steinernes Kreuz (erreichbar mit Bus 228 ab Floridsdorfer Spitz) hinunter nach Strebersdorf. Mühlweg entlang bis Marchfeldkanal. Endpunkt ist die Schnellbahnstation Strebersdorf, die uns in die Stadt zurückbringt. Ein eher kurzes Wanderstück, das man gut an den vorhergehenden Wanderteil anhängen kann.

    Schlussetappe 24: Von der Schnellbahnstation Strebersdorf via Autokaderstraße zum Marchfeldkanal. Den immer entlang bis zur Neuen Donau, die man über die Jedleseer Brücke überquert. Die Donauinsel entlang und dann über Nordsteg und Nussdorfer Steg zum Donaukanal. Den entlang bis zum Anfangs- und Endpunkt Nussdorf.

    Achtung: Busse, die über die Wiener Stadtgrenze fahren, verkehren manchmal nur werktags, und da oft nur zu Schulzeiten. An Wochenenden und Feiertagen ist das Angebot recht ausgedünnt. Am besten die Erreichbarkeit checken: richard.at; vor.at; postbus.at

    • Die Runde ist mit kleinen Schildern mit dem Apfel gut gekennzeichnet.
      foto: thomas und johanna ruzicka

      Die Runde ist mit kleinen Schildern mit dem Apfel gut gekennzeichnet.

    • Die Aussicht auf Wien ist stellenweise hervorragend.
      foto: thomas und johanna ruzicka

      Die Aussicht auf Wien ist stellenweise hervorragend.

    • Manchmal überwiegt eindeutig der Beton.
      foto: thomas und johanna ruzicka

      Manchmal überwiegt eindeutig der Beton.

    • Die Wanderung führt durch den Zentralfriedhof.
      foto: thomas und johanna ruzicka

      Die Wanderung führt durch den Zentralfriedhof.

    • Kleine Idylle auf der Donauinsel
      foto: thomas und johanna ruzicka

      Kleine Idylle auf der Donauinsel

    • Blick auf den Wienerwald von Strebersdorf aus.
      foto: thomas und johanna ruzicka

      Blick auf den Wienerwald von Strebersdorf aus.

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