Missbrauch von Smarthomes: Wenn der Ex das Licht anmacht

    26. Mai 2019, 09:07
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    Geht eine Beziehung in die Brüche, hat der oder die Ex oft noch Zugriff auf die smarten Geräte. Das kann sich als Fehler erweisen

    Stellen Sie sich vor, Sie sind alleine daheim. Plötzlich geht die Musikanlage an. Oder die Heizung. Und Sie haben keine Ahnung wieso. Das könnte der Anfang eines Gruselfilms sein. Eine andere Variante wäre: Sie haben ihr Smarthome nicht mehr unter Kontrolle, sondern der Ex.

    Plötzlich hohe Heizungskosten

    So berichtet der "Spiegel", dass derartige Fälle in den USA vermehrt vorkommen. Die Arten des technischen Missbrauchs sind dabei vielfältig. Ein Mann beobachtete seine Ex-Freundin via Überwachungskameras und schickte ihr eine SMS, dass ihr Pulli schön sei. Eine andere Frau hatte wiederum mit hohen Heizkostenabrechnungen zu tun, obwohl sie kaum Zeit zuhause verbringt. Der Ex hatte per App das smarte Thermometer hochgefahren.

    "Es geht ums Zuhause, das ein privater, sicherer Rückzugsort sein soll. Und das ist es plötzlich nicht mehr", sagt Erica Olsen, US-Mitarbeiterin beim "Nationalen Netzwerk zur Beendigung häuslicher Gewalt".

    foto: getty images/istockphoto
    Wenn die Temperatur ansteigt, steckt vielleicht der oder die Ex dahinter.

    Denn eine Person der Beziehung ist meist technikaffiner. Sie kümmert sich um die Installation der smarten Geräte. Der Partner nützt die Technik dann zwar mit, weiß aber möglicherweise nicht so gut über die Funktionsweise Bescheid. Und das kann dieser Person dann eben zum Verhängnis werden, wenn die Beziehung in die Brüche geht und der oder die ausgezogene Ex noch immer Zugriffe auf die Technologie im Haus hat.

    Vorbeugen

    Olsen geht davon aus, dass mehr Frauen Opfer dieser technischen Stalking-Methoden seien. Üblicherweise sind es oft die Männer, die sich um die Technik im Haus kümmern. Zahlen dazu gäbe es aber nicht. Die Dunkelziffer sei hoch und droht anzusteigen, weil immer mehr Leute auf Smarthomes setzen.

    Die beste Vorbeugemaßnahme gegen solchen Technik-Missbrauch sei daher, sich selbst mit dem Smarthome zu beschäftigen. "Die wichtigste Frage ist: Wer managt die Accounts für die Geräte? Jeder sollte verstehen, wie die Technik funktioniert, die er im eigenen Zuhause um sich hat. Jeder kann das lernen", sagt Olsen. (red, 26.5.2019)

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    • Smarthomes sind praktisch, öffnen aber auch Türen zum Missbrauch.
      foto: apa/rainer jensen/dpa

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