Austria schlägt Sturm und bleibt Fünfter

    12. Mai 2019, 16:25
    224 Postings

    Wiener gewinnen 3:1 und ziehen an Punkten mit Sturm gleich, befinden sich aber weiter vier Punkte hinter dem WAC auf dem EL-Playoff-Platz

    Graz – Die Austria hat die Chance auf das Europa-League-Fixticket in der Bundesliga gewahrt. Die Wiener behielten am Sonntag in der 30. Runde bei Sturm Graz mit 3:1 die Oberhand und liegen als Fünfter weiter vier Punkte hinter dem drittplatzierten WAC. Sechs Punkte sind in den letzten beiden Runden noch zu vergeben. Die Grazer sind nur noch wegen des besseren Torverhältnisses vor der Austria.

    Zweiter Sieg für Ibertsberger

    Überragend war Austria-Kapitän Alexander Grünwald, der einen Doppelpack (33., 57.) schnürte und den dritten Treffer von Christoph Monschein (85.) auch noch vorbereitete. Coach Robert Ibertsberger durfte sich damit über seinen zweiten Sieg in seiner jungen Amtszeit freuen, zwei der jüngsten drei Spiele wurden gewonnen. Für Sturm setzte es auch im vierten Heimspiel der Meistergruppe eine Niederlage. Der zu dem Zeitpunkt verdiente Führungstreffer von Otar Kiteishvili (29.) war die einzige Ausbeute.

    foto: apa/erwin scheriau
    Ein Treffer von Otar Kiteishvili war zu wenig für einen Sturm-Erfolg.

    Beide Mannschaften starteten aggressiv in die Partie, versuchten schnell umzuschalten, es fehlte allerdings oftmals die nötige Präzision. Die Grazer hatten spielerisch ein Übergewicht und schon in der Anfangsphase Pech, dass eine Großchance von Markus Pink wohl zu Unrecht wegen Abseits abgepfiffen wurde. Pink war es auch, der die erste Möglichkeit vorfand, bei seinem Kopfball (20.) war Austria-Tormann Ivan Lucic auf dem Posten. Der neue Einsergoalie der Wiener parierte kurz darauf auch einen Lema-Schuss (26.) gut. Die Führung war aber nur aufgeschoben. Nach einer Spendlhofer-Flanke zeigte Kiteishvili im Strafraum eine tolle Ballbehandlung, narrte die Austria-Abwehr bei einem Dribbling und schoss ins Eck ein. Das 1:0 war hochverdient.

    Der Jubel der Sturm-Anhänger war trotzdem schnell verflogen. Ein missglückter Rückpass von Gideon Mensah leitete aus dem Nichts den Ausgleich ein. Jörg Siebenhandl konnte sich im Duell mit Christoph Monschein zwar noch auszeichnen, war gegen den überlegten Nachschuss von Grünwald von knapp außerhalb des Strafraums aber machtlos. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte wäre es beinahe noch dicker für die Hausherren gekommen. Siebenhandl wehrte aber einen Schoissengeyr-Kopfball ab, und Anastasios Avlonitis konnte einen Monschein-Abschluss in höchster Not noch blocken.

    foto: apa/erwin scheriau
    Alexander Grünwald war mit zwei Treffern und einem Assist maßgeblich am Sieg der Austria beteiligt.

    Auch nach Wiederbeginn bekamen die 8.168 Zuschauer in der Merkur Arena eine flotte Partie geboten. Obwohl die Grazer energischer waren, legten diesmal die Wiener vor. Nach einem geblockten Monschein-Schuss schnappte sich Grünwald, der die Kontersituation selbst in der eigenen Hälfte eingeleitet hatte, am Strafraum den Ball, tanzte Lukas Spendlhofer aus und traf sehenswert mit seinem starken linken Fuß ins lange Eck.

    Danach standen die Wiener viel tiefer, verwalteten nur noch das Ergebnis und hatten damit Erfolg. Auch deshalb, weil ein Kiteishvili-Schuss knapp zu hoch war (65.), ein Pink-Kopfball das Tor verfehlte (70.) und Spendlhofer einen Volley aus fünf Metern über das Tor drosch (79.). Auf der anderen Seite ließ Monschein zuerst noch die endgültige Entscheidung aus, Spendlhofer konnte vor der Linie retten (80.). Fünf Minuten später passte aber die Effizienz beim Austria-Stürmer, der Siebenhandl nach idealem Grünwald-Laufpass überlupfte. Damit gingen für die Grazer zwei der jüngsten drei Partien verloren.

    Trainerfrage weiter offen

    Noch keine Neuigkeiten gab es bei der Austria in der Trainerfrage. "Es macht keinen Sinn, jeden Namen, der aufpoppt, zu kommunizieren. Fakt ist, dass noch keine Entscheidung getroffen wurde", sagte Sportchef Ralf Muhr im Sky-Interview. Lange werde es aber nicht mehr dauern. "Wir wollen es mit Ende der Saison festgelegt haben." (APA, 12.5.2019)

    Bundesliga-Meistergruppe, Sonntag

    SK Sturm Graz – FK Austria Wien 1:3 (1:1)
    Merkur-Arena, 8.168 Zuschauer, SR Hameter

    Torfolge:
    1:0 (29.) Kiteishvili
    1:1 (33.) Grünwald
    1:2 (57.) Grünwald
    1:3 (85.) Monschein

    Sturm: Siebenhandl – Spendlhofer, Avlonitis (67. Jakupovic), Maresic (80. Eze), Mensah – Dominguez – Lema (59. P. Huspek), Ljubic, Kiteishvili, Jantscher – Pink

    Austria: Lucic – Madl, Schoissengeyr (46. Borkovic), Ebner (74. Demaku) – Klein, Matic, Jeggo, Martschinko – Grünwald, Monschein, Prokop (68. Sax)

    Gelbe Karten: Mensah bzw. Ebner, Martschinko, Sax, Monschein

    Stimmen:

    Roman Mählich (Sturm-Trainer): "Wir haben den Gegner kontrolliert, ihn aber mit dem Ausgleich zurück ins Spiel gebracht. Trotz der Niederlage war auch heute die Entwicklung der Mannschaft zu sehen. Ich bin überzeugt, dass wir, was das System und die Spielanlage betrifft, nicht viel ändern müssen. Rang drei ist rechnerisch noch möglich. Eine gute Leistung hat leider nicht gereicht, wir müssen auch noch abgeklärter agieren. In einem Spiel gibt es einige Situationen, die man auf seine Seite bringen muss. Wir haben auch den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht."

    Robert Ibertsberger (Austria-Trainer): "Wir waren von Beginn an zu passiv, haben aber dann sehr schnell den Ausgleichstreffer erzielt, und dann hat es besser funktioniert. In der zweiten Halbzeit haben wir die Zweikämpfe besser bestritten und auch zum richtigen Zeitpunkt die Tore geschossen. Großes Kompliment, wie die Mannschaft in der zweiten Hälfte den Sieg wollte. Nach dem Ausgleichstreffer hatten wir mehr Mut und Aggressivität, und wir haben uns dann auch belohnt. Wir wollen den Sieg nicht an einem Spieler aufhängen, dazu gehört die ganze Mannschaft."

    Alexander Grünwald (Austria-Doppeltorschütze): "Das 2:1 hat uns Sicherheit gegeben, es war sicher eines meiner schöneren Tore. Ich habe etwas probiert, was ich vom Papa in der U12 gelernt habe. Wir haben drei Punkte mehr, jetzt wartet das Heimspiel gegen den WAC auf uns. Wir sind in der Lage, die Kärntner zu schlagen, wenngleich man auch sagen muss, wir hatten in dieser Saison noch keine wirkliche Serie. Wir müssen auf uns schauen, möglichst viele Punkte holen, um die Chance auf einen internationalen Startplatz zu wahren."

    • Die Austria nimmt drei Punkte aus Graz nach Wien mit.
      foto: apa/erwin scheriau

      Die Austria nimmt drei Punkte aus Graz nach Wien mit.

    Share if you care.