ÖEHV-Team verlor WM-Auftakt gegen Lettland 2:5

    11. Mai 2019, 18:58
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    1:1 nach zwei Dritteln – Balten mit vier Toren im Schlussdrittel – Sonntagmittag gegen Russlands Startruppe

    Bratislava – Nichts wurde es aus dem erhofften Punktegewinn für Österreichs Eishockey-Nationalteam im ersten Spiel der A-WM in der Slowakei. Das ÖEHV-Team musste sich am Samstag Lettland mit 2:5 (1:1,0:0,1:4) geschlagen geben. Michael Raffl hatte die Österreicher vor 8.900 Zuschauern in Bratislava in Unterzahl (15.) in Führung gebracht.

    Österreich, mit David Kickert im Tor, lieferte dem WM-Viertelfinalisten des Vorjahres nach nervösem Beginn zwei Drittel lang ein Duell auf Augenhöhe, ehe die Letten im Schlussdrittel mit vier Treffern den verdienten Sieg holten. Für Raffl und Co. geht es schon am Sonntagmittag (12.15 Uhr/live ORF Sport +) mit dem Duell gegen WM-Favorit Russland weiter.

    In der Anfangsphase wurde es nur in der 9. Minute vor Kickert richtig brenzlig, drei Minuten später schwächten sich die Österreicher selbst. Patrick Peter erhielt nach einem Check fünf Minuten und musste mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine.

    42 Sekunden in Führung

    Einem guten Penalty-Killing folgte in Unterzahl sogar das 1:0. Michael Raffl, der einzige NHL-Spieler im rote-weiß-roten Kader, verwertete ein Zuspiel von Alexander Pallestrang mit der Rückhand ins Kreuzeck (15.). Doch die Führung währte nur 42 Sekunden, Rudolfs Balcers traf aus kurzer Distanz zum Ausgleich (16./PP).

    Nach der ersten Pause kamen die mit zwei NHL-Profis und neun Spielen von KHL-Club Dinamo Riga angetretenen Letten mit mehr Druck. Die Mannschaft von Roger Bader überstand das Mitteldrittel aber ohne Gegentreffer, hatte in der 37. Minute bei einem Lattenschuss auch Glück. Kurz davor hatte Konstantin Komarek die Möglichkeit auf die neuerliche Führung (33.).

    foto: reuters/vasily fedosenko
    Gints Meija netzt im Schlussabschnitt zum 4:1 für Lettland.

    Nach nur 23 Sekunden des Schlussdrittels gingen die Balten vorentscheidend in Führung. Kapitän Lauris Darzins ließ im Powerplay Kickert keine Chance. Danach spielte der Favorit groß auf, Rodrigo Abols (45.) und Gints Meija (48.) erhöhten auf 4:1. Die Hoffnungen, nach einem Powerplay-Tor von Raphael Herburger (56.), vielleicht doch noch zurückzukommen, zerstörte Ronalds Kenins nur 16 Sekunden später mit dem fünften Treffer. (APA, 11.5.2019)

    Eishockey-WM in Bratislava am Samstag:

    Lettland – Österreich 5:2 (1:1,0:0,4:1)
    Bratislava, Ondrej Nepela Arena, 8.917.

    Tore. Balcers (16./PP), Darzins (41./PP), Abols (45.), Meija (48.), Kenins (57.) bzw. M. Raffl (15./SH), Herburger (56./PP).

    Strafminuten: 6 bzw. 15 plus Spieldauerdisziplinar Peter.

    Lettland: Gudlevskis – Galvins, Cibulskis; Freibergs, Sotnieks; Kulda, Balinskis; Zile, Marenis – Ro. Bukarts, Abols, Dzierkals; Darzins, Blugers, Balcers; Kenins, Meija, Gegeris; Ri. Bukarts, Batna, Indrasis

    Österreich: Kickert – Pallestrang, Heinrich; Schuming, Unterweger; Schlacher, Wolf; Peter, Strong – M. Raffl, Herburger, Schneider; Ganahl, Komarek, Th. Raffl; Hofer, Hundertpfund, Zwerger; Haudum, Rauchenwald, Obrist

    Stimmen:

    Roger Bader (Teamchef Österreich): "Wenn man nach 40 Minuten bei einem Favoriten dran ist, hofft man auf mehr. Ich hadere noch ein bisschen mit der Chance von Komarek im zweiten Drittel, wenn die drin ist, wäre das eine Luft für die letzte Periode gewesen. Das Gegenteil ist passiert, sie haben ein Powerplay-Tor gemacht und ab diesem Moment ihre ganze Klasse gezeigt. 40 Minuten lang haben wir an den Punkten geschmeckt, aber es war schon so, dass die Letten auch vorher besser waren und mehr Chancen hatten. Ihre Klasse hat sich dann durchgesetzt. Ich habe immer gesagt, wir sind sechs Spiele lang Außenseiter und im letzten Spiel (Italien) stehen die Chancen 50:50. Morgen steht Bernhard Starkbaum im Tor, das haben wir schon vor dem Spiel entschieden."

    Thomas Raffl (Kapitän): "Es war nicht das Spiel, das wir uns vorgestellt haben. Bis Ende des zweiten Drittels waren wir sehr gut dabei, Anfang des Schlussdrittels sind sie wieder in Führung gegangen. Dann haben wir reagieren müssen, das System ein bisschen aufgemacht, und die Letten haben das sehr gut ausgenutzt. Als Mannschaft müssen wir zusammenrücken und gegen starke Russen eine kompakte Defensivpartie spielen und vorne vielleicht die eine oder andere Möglichkeit nützen."

    Michael Raffl: "So wie (Torhüter) Kickert gespielt hat, hätten wir eine Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen. Aber wir haben von Anfang bis Ende zu viele Strafen genommen und manchmal Sachen gemacht, die da nicht hergehören. Wir halten die Scheibe zu lange, das haben wir letztes Jahr am Ende so gut gemacht, da wollte keiner der Held sein. In Unterzahl kannst du offensiv nichts machen, da kannst du nicht gut ausschauen. Unterzahl macht müde, das ist grausig zu spielen, weil du immer nur der Scheibe nachläufst. Ab einem gewissen Punkt wirst du zu müde, nicht nur ein Spieler, das zehrt an der ganzen Mannschaft."

    Raphael Herburger: "Das Unterzahl-Tor war ein Knick für uns, da haben wir kurz die Konzentration verloren. Wenn wir überraschen wollen, brauchen wir auch ein bisschen Glück, das hatten wir heute nicht. Aber sie waren klar besser. Die Treffer waren alle in den Winkel, trotzdem war es lange offen. Auf Augenhöhe sind nicht mehr viele Teams, wir müssen lernen und warten, bis unsere nächste Chance kommt."

    Raphael Wolf (WM-Debütant): "Für mich persönlich hat es gut gepasst, schade, dass die Mannschaft nicht gewonnen hat. Ich habe alles gegeben. Ich bin dankbar, dass mir Roger Bader Vertrauen gibt und ich zeigen kann, was ich kann."

    • Zwei Drittel lang durfte das ÖEHV-Team hoffen.
      foto: apa/afp/vladimir simicek

      Zwei Drittel lang durfte das ÖEHV-Team hoffen.

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