Österrreich-Rundfahrt: Kurz wie nie, mittelschwer

    10. Mai 2019, 15:35
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    Prolog und sechs Etappen ergeben 880 km Gesamtlänge – Fuscher Törl und Schlussakt am Kitzbüheler Horn als Höhepunkte

    Wien/Linz – Die Österreich-Radrundfahrt vom 6. bis 12. Juli präsentiert sich im 71. Jahr ihres Bestehens so kurz wie noch nie. Der heimische Saisonhöhepunkt führt nach einem Prolog in Wels über sechs Etappen mit insgesamt rund 880 km Länge durch fünf Bundesländer. Der Abschluss und die Entscheidung um den Gesamtsieg geht am Kitzbüheler Horn in Szene.

    Zwei Tage davor steht mit dem Fuscher Törl am Großglockner nur noch eine weitere Bergankunft auf dem Programm. Im Vorjahr waren es noch deren sechs gewesen. Mit diesmal 16.000 Höhenmetern werden die Fahrer aber neuerlich ordentlich gefordert. "Die diesjährige Strecke ist nicht so berglastig wie im Vorjahr, aber sicher nicht zu unterschätzen. Wobei vor allem die Finaltage alles von den Radprofis abverlangen werden", sagte Tourdirektor Franz Steinberger anlässlich der Streckenvorstellung am Freitag in Linz.

    Aus rot-weiß-roter Sicht ist Riccardo Zoidl der heißeste Anwärter auf den Sieg. Der Oberösterreicher kommt mit seinem neuen World-Tour-Rennstall CCC in die Heimat, um sich zum zweiten Mal nach 2013 das Rundfahrttrikot zu holen. "Die Strecke gefällt mir sehr gut und ich hoffe, dass mir das Double gelingt", betonte der 31-Jährige, dem der steile Anstieg auf das Kitzbüheler Horn gut liegt. Vor dem Schlussakt in Tirol müssen die Fahrer aber zahlreiche andere Schwierigkeiten bewältigen.

    Von Zwettl nach Wr. Neustadt

    Nach dem Prolog in Wels, wo die Rundfahrt in den letzten beiden Jahren endete, folgt die erste Etappe über 138,8 km von Grieskirchen durch das Mühlviertel nach Freistadt. Die zweite und mit 176,9 km längste Etappe führt von Zwettl im Waldviertel nach Wiener Neustadt. Auf dem dritten Abschnitt von Kirchschlag durch die Bucklige Welt nach Frohnleiten wartet mit 176,2 Kilometern samt 3.752 Höhenmetern der erste große Härtetest. Tags darauf folgt die Bergankunft am Fuscher Törl, wo neuerlich auch der Glocknerkönig gekürt wird. Die nur 103,5 km lange Etappe führt von Radstadt über den Dientner Sattel und Bruck hinauf zum Dach der Tour auf 2.400 m Seehöhe.

    An den letzten beiden Tagen ist Kitzbühel der Mittelpunkt des Geschehens. Zunächst geht es über 161,9 km von Bruck über die Gerlos zum Etappenziel der vorletzten Etappe in der Gamsstadt. Am Schlusstag wird von dort aus das Finale mit der abschließenden Bergankunft am Kitzbüheler Horn (1.670 m) ausgetragen. Der berüchtigt steile 7,5-km-Schlussanstieg wird voraussichtlich wohl auch erst über den Gesamtsieg entscheiden. Hierbei könnte der 2014 am Horn siegreiche Kolumbianer Dayer Quintana erneut eine Hauptrolle spielen. Der Bruder von Topstar Nairo Quintana tritt im Neri-Sottoli-Rennstall an der Seite des Oberösterreichers Sebastian Schönberger an.

    Brändle schielt auf Prolog

    Die im Vorjahr mit fünf Etappensiegen und dem Gesamtzweiten Hermann Pernsteiner dominierende Bahrain-Mannschaft ist diesmal nicht dabei. Welche und wie viele andere World-Tour-Rennställe teilnehmen werden, steht noch nicht fest. Fix genannt hat hingegen der Professional-Continental-Rennstall Israel Cycling Academy mit Titelverteidiger Ben Hermans. Dessen neuer Teamkollege Matthias Brändle hat es vor allem auf den 3-km-Prolog in Wels abgesehen. "Dort will ich mir erstmals in meiner Karriere das Führungstrikot holen", meinte der Zeitfahrspezialist aus Vorarlberg. (APA, 10.5.2019)

    • Der Belgier Ben Hermans (l.) will seinen Titel bei der Ö-Tour verteidigen. Der Oberösterreicher Riccardo Zoidl (r.) will das verhindern.
      foto: apa/expa/jfk

      Der Belgier Ben Hermans (l.) will seinen Titel bei der Ö-Tour verteidigen. Der Oberösterreicher Riccardo Zoidl (r.) will das verhindern.

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