Volkstheater: Blümel will keine Subventionserhöhung des Bundes

    9. Mai 2019, 17:09
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    Bereits mit Sanierungszuschuss "sehr, sehr viel getan" – Nach Kritik am neuen Filmbeirat: "Stehe zu meiner Entscheidung"

    Wien/Venedig – Die Zukunft des Volkstheaters bleibt ungewiss. Wie Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz erneut bekräftigte, wird es vonseiten des Bundes keine Mittelerhöhung für den Betrieb des Hauses geben. Diese war im Zuge der – bisher erfolglosen – Suche nach einer neuen Direktion gefordert worden.

    Der Bund habe bereits "sehr, sehr viel getan", als es um die Subventionszusage für die Sanierung gegangen sei, so Blümel auf APA-Anfrage. Damals hatten sowohl der Bund als auch die Stadt Wien jeweils bis zu 12 Mio. Euro für die Sanierung zugesagt.

    Diese Zusage sei allerdings von der Vorgängerregierung gekommen und nicht budgetiert gewesen, weswegen "wir uns dreimal haben verbiegen müssen, um das irgendwie möglich zu machen", so der Kulturminister. Zusammen mit Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) habe man in der Vergangenheit "viel auf den Weg gebracht", verweist der Minister auf gemeinsam übernommene Mehrkosten bei der Renovierung der Secession, die Erhöhung des laufenden Budgets des Theaters in der Josefstadt oder die Weiterentwicklung des Museumsquartiers. In Richtung Volkstheater meint Blümel: "Es gibt viele Wünsche aus den verschiedensten Bereichen, Institutionen und auch Bundesländern. Ich bitte um Verständnis, dass mit einem gleichbleibenden Budget momentan nicht immer alles gleich möglich ist."

    Filmbeirat: "Nach- und nicht Umbesetzung"

    In Bezug auf die Forderungen der Gewerkschaft nach einem gemeinsamen Kollektivvertrag für die Bundesmuseen verwies Blümel im APA-Gespräch auf bereits angestoßene Gespräche zwischen der Bundesmuseenkonferenz und der Gewerkschaft, die "hoffentlich bald zu einem Ergebnis führen werden", so der Minister.

    In Bezug auf die in der vergangenen Woche viel kritisierte Besetzung des Filmbeirats hielt der Minister fest, dass es sich hier um Nach- und nicht Umbesetzungen gehandelt habe. Die neuen Mitglieder seien "hoch qualifiziert". "Wenn das manche anders sehen oder der Meinung sind, dass es einen anderen Aspekt gebraucht hätte, respektiere ich das, stehe aber zu meiner Entscheidung."

    In Sachen Bundesdenkmalamt (BDA) werde es in den nächsten Wochen eine Entscheidung über die Nachfolge von Erika Pieler geben. Die BDA-Präsidentin hatte ihr Amt nach weniger als drei Monaten "aus persönlichen Gründen" zurückgelegt. Diese Entscheidung habe den Minister "sehr enttäuscht, weil ich mich auf die Arbeit von Erika Pieler gefreut habe, weil sie eine hoch qualifizierte Person ist, die in die Materie wirklich eingearbeitet war." Die Entscheidung habe er aber selbstverständlich respektiert und neu ausgeschrieben. (APA, 9.5.2019)

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