"Literaturvertreibungs-Programm" bei Zentralmatura

    9. Mai 2019, 12:18
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    Die IG Autoren übt erneut Kritik an der Zusammenstellung der Aufgaben, diese hätten "nur bedingt" Maturaniveau

    Wien – Erneute Kritik an der Zentralmatura im Fach Deutsch kommt von der Interessensgemeinschaft österreichischer Autorinnen Autoren (IG Autorinnen Autoren). Die Art und Form der Aufgaben würden ein "Literaturvertreibungsprogramm" mit sich bringen. "Junge Leserinnen und Leser lassen sich durch die Objektivierungs- und Vergleichbarkeitszwänge, auf die man immer noch setzt, nicht gewinnen", befinden die Experten.

    Die Autorenvereinigung äußert sich schon seit Jahren kritisch zur Deutsch-Zentralmatura und verlangt eine stärkere Berücksichtigung der Literatur bei den Aufgabenstellungen. Derzeit stehen bei der Deutsch-Matura drei Aufgabenpakete mit je zwei voneinander unabhängigen Aufgabenstellungen zur Auswahl. Unter diesen sechs Aufgaben muss eine literarische sein.

    "Pflichtgemäßes Wiederkäuen"

    Bei der Auswahl dieser Aufgabe sei heuer kein Lapsus passiert. Die Textvorlage ("Der Eisschrank" von Alfred Döblin, Anm.) sei "prinzipiell keine schlechte Wahl, wenngleich sehr bieder", so die IG. "Maturaniveau haben die Aufgabenstellungen nur bedingt." Dabei gehe es vor allem etwa um "brave Abarbeitung der im Textsortendrill über Jahre erworbenen meistenteils weitgehend sinnlosen Kenntnisse" oder "pflichtgemäßes Wiederkäuen des ohnehin im Text Ausgesagten". (APA, 9.5.2019)

    • "Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir bewusst"? Nicht ganz, findet die IG Autoren. Ihr Befund über die heurige Deutschmatura lautet: "Pflichtgemäßes Wiederkäuen".
      foto: imago / hoffmann

      "Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir bewusst"? Nicht ganz, findet die IG Autoren. Ihr Befund über die heurige Deutschmatura lautet: "Pflichtgemäßes Wiederkäuen".

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