Mein Tel Aviv: Tipps eines Einheimischen

    14. Mai 2019, 13:00
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    Der Musiker, DJ und Barbesitzer Guy Bob Avital lebt und arbeitet in Tel Aviv. Hier erzählt er uns, was man in seiner Stadt machen sollte – und was nicht

    "Ask a local ..." ist eine Serie, in der Bewohner Tipps geben, was in ihrer Stadt so los ist, wo man gut essen kann, was man unbedingt sehen und wo man übernachten sollte.

    Tel Aviv ist längst kein Geheimtipp mehr, die israelische Metropole zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Und derzeit noch viele mehr, denn von 14. bis 18. Mai findet hier der Eurovision Song Contest statt. Wer dem Trubel und so mancher Touristenfalle entgehen will, ist auf gute Tipps von Einheimischen angewiesen. Bob Guy Avital ist einer davon. Der Musiker, DJ und Barbesitzer verrät, wo die Locals in Tel Aviv essen, feiern und shoppen.

    Was sollte man sich in Tel Aviv auf keinen Fall entgehen lassen?

    Den Strand. Am besten schon früh hingehen, bevor es zu heiß wird, denn das wird es! Auch Hummus sollte man sich nicht entgehen lassen. Eines der besten gibt es bei "Hummus Mabsuta". Das Lokal liegt in einer perfekten Gegend zum gemütlichen Verweilen. Hier finden sich kleine Galerien, der Levinsky-Markt und andere Orte, die es zu entdecken gilt.

    Welche Spazierroute durch die Stadt sollten Besucher wählen?

    Ich spaziere gern von der Spitze des Shuk Ha'Carmel nicht direkt in den Markt hinunter, sondern durch seine Seitenstraßen. Da gibt es die beste Adressen für einzigartige Lebensmittel, Kaffee oder Getränke. Besonders empfehle ich das äthiopische Restaurant "Balinjera". Irgendwann landet man schließlich am Strand, wo man weiter nach Jaffa gehen kann.

    Wo trifft sich die lokale "Szene"?

    Um eine Live-Jazzshow zu genießen und sich unter die Musiker zu mischen, geht man ins "Beit Haamudim". Am späten Abend dann zum Beispiel ins "K", eine kleine Bar, die Unwissende leicht übersehen. Das "Hoodna" im hippen Viertel Florentin ist eine der ungezwungensten Straßenbars. Hier weiß man nie, mit wem man ins Gespräch kommt oder sogar ein Tänzchen wagt.

    In welche Restaurants sollte man essen gehen?

    Das "Hotel Montefiore" bietet zu jeder Tageszeit eines der besten Angebote der Stadt. Zum Frühstück empfehle ich die pochierten Eier, Pfannkuchen oder frisches Brot. Mittags oder abends ist man mit Fisch oder Fleisch gut beraten. Veganer sollten das "Opa" oder "Bana" besuchen. Die beste Pizza gibt es meines Erachtens bei "Lila Pizza". Im "Men Tenten" machen sie fantastische Ramen.

    Welche Bar bietet die besten Cocktails?

    Wer es klassisch mag, sollte in die "Imperial-Cocktailbar" oder ins "Bushwick" gehen. Im "Bellboy" wird hingegen ein moderner Ansatz in Sachen Cocktails verfolgt. Im "Cuckoo's Nest" oder im "Beit Kandinof" in Jaffa gibt es neben Drinks und gutem Essen auch lokale Kunst, Live-Shows und DJ-Sets.

    Wo finden die besten Partys der Stadt statt?

    Tel Aviv ist vor allem im Sommer eine Partystadt, auch abseits des Song Contest. Es gibt die verschiedensten Lokale, die ihr Programm von Nacht zu Nacht wechseln. Wer Techno und elektronische Musik liebt, sollte den weltbekannten Club "Block" besuchen, der über eines der besten Soundsysteme der Stadt verfügt. Hier legen DJs aus der ganzen Welt auf. Wer sich nicht festlegen will, kann in "Sputnik", "Alphabet", "Breakfast Club", "Slippers 99" vorbeischauen. Sie befinden sich alle wenig weit entfernt voneinander. Ich kann auch das "Teder" empfehlen. Es ist zwar touristisch, aber trotzdem eine Attraktion. Es gibt immer wieder Live-Shows oder spezielle Gast-DJs, die hier oder im "Romano", das sich im selben Gebäude befindet, auflegen.

    Welches Museum muss man unbedingt besuchen?

    Das Kunstmuseum von Tel Aviv ist ein guter Ausgangspunkt. Schon das Gebäude selbst ist eine Attraktion für sich. Und von Zeit zu Zeit findet man hier gute Ausstellungen, und auch die Sammlung selbst ist reich und vielfältig. Eine weitere Option für Kunstliebhaber ist das Nahum-Gutman-Museum in Neve Tzedek.

    Wo kann man seine Kauflust am besten befriedigen?

    Es gibt unzählige Designerläden in der ganzen Stadt. Viele Geschäfte befinden sich in der Straße Ibn Gabirol und in den kleineren Straßen, die sie überqueren. "Ata" bietet israelisches Design. Ein guter Ort zum Shoppen ist der Noga District neben Jaffa.

    Was kann man sich sparen?

    Neve Tzedek ist eine schöne Gegend, in der man spazieren gehen kann, aber es gibt abseits des Museums nicht viel zu tun, außer touristische Attraktionen zu besuchen. Am besten hält man sich von der Haupteinkaufsstraße fern und geht durch die Seitenstraßen. Generell lernt man Tel Aviv viel besser kennen, wenn man durch die Stadt schlendert und die unterschiedlichen Menschen der Stadt trifft, als Denkmäler und offizielle Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

    In welchem Stadtteil sollte man seine Unterkunft buchen?

    Tel Aviv ist überschaubar. Aber man sollte seine Unterkunft nicht zu weit im Norden oder Westen wählen. Wer es eher gediegen mag, für den ist das Zentrum gut geeignet, jünger und lebhafter geht es in Florentin, HaCerem und Levinsky zu.

    Wohin fahren die Einheimischen, wenn sie mal ins Grüne flüchten wollen?

    Der Stadtstrand ist ein guter Ausgleich zum urbanen Trubel. Je weiter südlich man geht, desto weniger Menschen begegnen einem. Eine weitere gute Option ist der Yarkon-Park. Es ist ein sehr großer Park am nördlichen Rand von Tel Aviv, wo man stundenlang den Bach entlangspazieren kann.

    Dieser Film/dieses Buch beschreibt die Stadt am besten?

    Ich brauche nur ein Wort, um Tel Aviv zu beschreiben: lebendig! (Michael Steingruber, 14.5.2019)

    • Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich den Strand.
      foto: reuters/corinna kern

      Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich den Strand.

    • Shuk Ha'Carmel: Guter Ausgangspunkt für einen Spaziergang.
      foto: apa/afp/jack guez

      Shuk Ha'Carmel: Guter Ausgangspunkt für einen Spaziergang.

    • Blick von Jaffa auf die moderne Skyline Tel Avivs.
      foto: ap/oded balilty

      Blick von Jaffa auf die moderne Skyline Tel Avivs.

    • Die Eilat-Straße im angesagten Bezirk Florentin.
      foto: gettyimages/fotokon

      Die Eilat-Straße im angesagten Bezirk Florentin.

    • Für einen Ausflug ins Grüne: der Yarkon-Park.
      foto: gettyimages/istockphoto/kozar

      Für einen Ausflug ins Grüne: der Yarkon-Park.

    • Zur Person
Gebürtig aus Haifa, lebt Guy Bob Avital schon seit Schulzeiten in Tel Aviv und eröffnete vor anderthalb Jahren seine eigene Bar namens Branca im Stadtteil Yafo. Davor hat er als Redakteur beim Radiosender IDC gearbeitet. Avital ist Musiker, spielt Gitarre sowie Keyboard und produziert Musik für Tanzgruppen und Kunstinstallationen. Außerdem ist er als DJ tätig, legt einen breiten Mix an Genres auf, der von Elektronik über Funk und Hip-Hop bis zu Orientalischem und African Beats reicht.
      foto: privat

      Zur Person

      Gebürtig aus Haifa, lebt Guy Bob Avital schon seit Schulzeiten in Tel Aviv und eröffnete vor anderthalb Jahren seine eigene Bar namens Branca im Stadtteil Yafo. Davor hat er als Redakteur beim Radiosender IDC gearbeitet. Avital ist Musiker, spielt Gitarre sowie Keyboard und produziert Musik für Tanzgruppen und Kunstinstallationen. Außerdem ist er als DJ tätig, legt einen breiten Mix an Genres auf, der von Elektronik über Funk und Hip-Hop bis zu Orientalischem und African Beats reicht.

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