Schafe määähen die Wiesen der Donauinsel

    Ansichtssache mit Video9. Mai 2019, 06:00
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    Die Tiere sollen eine umweltfreundliche Alternative zum Motorrasenmäher sein

    Die Stadt Wien hat neue Arbeitstiere: Rund 50 Krainer Steinschafe stutzen seit einigen Tagen das Gras in einem eingezäunten Bereich der Donauinsel. Mit dem Pilotprojekt will die Stadt eine Alternative zum Mähen mit der Maschine testen. Bis Oktober sollen die vom Verein Wuk gemieteten Schafe auf dem naturbelassenen Nordzipfel der Donauinsel grasen – und damit die Umwelt schützen.

    Derzeit sei es nämlich so, dass die Donauinsel zwei- bis dreimal pro Jahr maschinell komplett abgemäht wird, erklärt Gerald Loew, Leiter der Magistratsabteilung 45, die für die Wiener Gewässer zuständig ist. "Das ist wie ein Kahlschlag. Für viele Tier- und Pflanzenarten ist das tödlich."

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    Schafe legten hingegen ein geringeres Tempo an den Tag, die Wiesen würden dadurch widerstandsfähiger und könnten Trocken- und Nässeperioden besser aushalten.

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    standard / philip pramer

    Aber warum muss man die Donauinsel überhaupt mähen? Ohne Wiesenpflege würde die Insel verbuschen und schließlich zu Wald werden, sagt Loew. "Und zu viel Vegetation wollen wir hier nicht." Denn dann wäre der Querschnitt der Insel zu groß, um ein Jahrtausendhochwasser auszugleichen. Schließlich wurde die Donauinsel vor allem als Hochwasserschutz errichtet.

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    Aktuell weiden die Schafe am nördlichen Ende der Donauinsel. Ist das eingezäunte Gebiet abgegrast, wandern sie samt Elektrozaun weiter – das passiert etwa alle drei bis fünf Tage.

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    Das Krainer Steinschaf sei "eine sehr friedliche und zugängliche Rasse", erklärt Projektleiter Reinhard Maniszewska vom Verein Wuk bei einer Presseführung am Mittwoch. Die Rasse sei für "wirklich für jedes Terrain geeignet" – das sei wichtig, da man auch andere Flächen beweiden lässt.

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    Ein Schäfer wird die Tiere täglich für einige Stunden beaufsichtigen. Neben der Gesundheit der Schafe kümmert er sich auch um das Futter – und zwar nur er.

    Denn Füttern ist für Besucher streng verboten, erklärt der Schäfer. Besucher mit Fütterambitionen sollen sich an die Schäfer wenden, dann werde entschieden, ob es für die Schafe geeignet ist. Die Schafe seien nämlich biozertifiziert und würden nur Biofutter bekommen. Auch das eingezäunte Areal könne nach Absprache betreten werden.

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    Das Projekt ist Teil des EU-Programms Life Dicca, das die Donauinsel auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten soll.

    Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Schafe auf der Donauinsel grasen. Schon 1992 weideten sich 300 Schafe durch die Insel – damals allerdings noch freilaufend. (pp, 9.5.2019)

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