EU-"Erschöpfungstag" ist am Freitag erreicht

    9. Mai 2019, 06:00
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    Ressourcen eines Jahres bereits am 10. Mai aufgebraucht

    EU-weit/Wien – Würden alle Menschen auf der Welt so leben wie in der EU, wären bereits an diesem Freitag alle Ressourcen aufgebraucht, die die Erde in diesem Jahr natürlich zur Verfügung stellen kann. Das zeigt ein Bericht der Umweltschutzorganisation WWF und des Global-Footprint-Netzwerks. Österreich hatte seine Ressourcen nach dieser Rechnung bereits am 9. April verbraucht.

    "Ab dem 10. Mai übersteigt unser ökologischer Fußabdruck die Biokapazität der Erde", sagt Hanna Simons, Leiterin Natur- und Umweltschutz beim WWF Österreich. "Die Natur kann nicht mehr erneuern, was wir verbrauchen. Wir in Europa leben so, als stünden uns 2,8 Planeten zur Verfügung. Das ist eine immense Belastung für Umwelt und Natur."

    WWF schlägt Alarm

    Der EU-"Erschöpfungstag" finde von Jahr zu Jahr alarmierend früher statt, erklärt der WWF. Noch in den 1960er-Jahren lag er im Oktober. Luxemburg hatte bereits am 16. Februar – nach 46 Tagen des Jahres – seine Ressourcen aufgebraucht, Estland und Dänemark gegen Ende März. Auch die österreichische Regierung müsse viel mehr tun, fordert der WWF. Kroatien (1. Juni), Ungarn (14. Juni) und Bulgarien (22. Juni) stehen dagegen besser da als der EU-Schnitt. Kuba (1. Dezember), Marokko (16. Dezember) und der Niger (25. Dezember) kommen überhaupt fast bis zum Jahresende mit ihren Ressourcen aus.

    Der "Welterschöpfungstag", auch "Earth Overshoot Day" genannt, fiel im vergangenen Jahr auf den 1. August. Weltweit liegen wir damit laut WWF bei einem symbolischen Verbrauch von 1,7 Planeten. Der menschliche Raubbau führe zum Verlust der biologischen Vielfalt, Wasserknappheit, Bodenerosion und Luftverschmutzung sowie zur Klimakrise, die wiederum häufigere Wetterextreme wie Dürren oder Überschwemmungen verursache, warnt der WWF.

    Anlässlich des EU-Gipfels im rumänischen Sibiu fordert der WWF von den Staats- und Regierungschefs den Beschluss eines umfassenden Nachhaltigkeitspakts, der nach der EU-Wahl verabschiedet wird. "Der Schutz unserer Lebensgrundlagen muss ganz oben auf der EU-Agenda stehen", sagt Simons. "Der drohende Zusammenbruch unserer Ökosysteme muss endlich als das behandelt werden, was es ist: ein akuter Notfall, der dringend Maßnahmen erfordert." Der WWF setzt sich dafür ein, dass die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt allen Handelns gestellt werden. (APA, 9.5.2019)

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