"Backstage Wiener Staatsoper": Doku mit etwas zu viel heiler Welt

    9. Mai 2019, 09:00
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    Entlang der Entstehung einer Inszenierung sucht Regisseur Domanig den komplexen Alltag einzufangen

    Der Film beginnt und endet mit Dalilas Arie Mon coeur s'ouvre à ta voix. Und jedes Mal nimmt die Musik die Bilder auf jene poetische Ebene mit, auf der Oper zu sich kommt. Backstage Wiener Staatsoper von Stephanus Domanig zeigt allerdings vor allem: Für die Entstehung des Besonderen sorgt eine unsichtbare Welt. Vom Schnürboden dürfen Elemente nicht zu früh herabschweben, um den Sänger nicht zu treffen. Und bei Bedarf wird der Souffleur zum Retter eines Vokalisten, der an der Staatsoper um sein Renommee singt.

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    Das Repertoirehaus wird hier als logistisches Wunderwerk kollektiver Arbeit präsentiert; entlang der Entstehung einer Inszenierung (Samson et Dalila) sucht Domanig den komplexen Alltag auch formal einzufangen. Zukunft (Proben einer Produktion), Vergangenheit (Abbau der gezeigten) und Gegenwart (Aufbau für den Abend) sollen zusammenfinden. In harten Schnitten verliert sich Backstage allerdings in einer Heile-Welt-Aufzählung einzelner Abteilungen des Hauses.

    Unmittelbarkeit entsteht in den Erzählungen der Techniker. Ein Bühnenarbeiter erinnert sich an seinen ersten Arbeitstag, als ihm "das Geplärre" schwer aushaltbar schien. Mittlerweile ist er 31 Jahre dabei und staunt, wie ihn die Oper doch noch erwischt hat. (tos, 9.5.2019)

    • Die Wiener Staatsoper – ein Haus, das niemals schläft.
      foto: prisma film

      Die Wiener Staatsoper – ein Haus, das niemals schläft.

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