"Star Citizen": Das teuerste Game aller Zeiten wird wohl nie fertig

    7. Mai 2019, 13:03
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    "Forbes"-Bericht zeigt "galaktische Inkompetenz und Missmanagement auf" – Studiochef soll sich außerdem persönlich bereichert haben

    Seit 2012 ist Star Citizen in Entwicklung. Rund 200 Millionen Dollar hat die Entwicklung des Weltraum-MMO mittlerweile verschlungen, ein Release ist nicht in Sicht. Bereits im Oktober 2016 wurde öffentlich gemacht, mit welchen Problemen Entwickler Cloud Imperium Games zu kämpfen hat. Die Rede war damals von zu großen Ambitionen, Missmanagement und einem pedantischen Chef, der überall mitmischen muss. Der entlarvende Bericht wirkte sich alles andere als negativ auf die Popularität des Games aus. Fans spendeten weiter massiv Geld an die Spieleschmiede.

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    Immer wieder neue Features statt Release

    Nun hat sich das US-Medium "Forbes" mit Cloud Imperium Games auseinandergesetzt und bestätigt sämtliche aufgezeigten Missstände. So ist in dem Artikel die Rede von "Inkompetenz und Missmanagement im galaktischen Ausmaß". Star Citizen wird vielleicht auch nie fertig, weil Studioboss Chris Roberts immer wieder neue Features in Auftrag gibt, die den Release verzögern und Unmengen an Geld verschlingen. Roberts soll sich außerdem massiv persönlich bereichert haben. So schaffte der CEO sich ein Haus im Wert von 4,7 Millionen Dollar an.

    Versiegt die Geldquelle irgendwann?

    Gleichzeitig sollen die riesigen Geldmengen langsam versiegen. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 537 Mitarbeiter. Deren Gehalt soll sich auf jährlich rund 30 Millionen Dollar belaufen. 20 Mitarbeiter berichten davon, dass sie sich teilweise sinnlosen Aufgaben monatelang hingeben müssen, die von Roberts persönlich aufgetragen werden. Ein Grafikdesigner erzählt etwa, dass er Monate an visuellen Effekten eines Schiffs gearbeitet hat. Eine weitere Designerin machte bereits 2015 öffentlich, dass sie in 17 Monaten nur fünf Charaktere fertigstellen konnte, weil der Boss höchstpersönlich immer wieder etwas auszusetzen hatte.

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    Spieler fühlen sich betrogen

    Nicht nur firmenintern soll es zu Problemen kommen. Die US-Handelsbehörde FTC soll sich mittlerweile mit rund 129 Kundenbeschwerden herumschlagen. Der höchste Streitwert liegt bei 24.000 Dollar. Die Kläger fühlen sich von dem Studio betrogen und fordern ihr Geld zurück, weil sie tausende Dollar in das Spiel investierten und nicht das erhielten, was sie sich vorgestellt hatten. Kein einziges der 100 versprochenen Sternsysteme ist nämlich fertig. Stattdessen haben Kunden ein Game für tausende Dollar erhalten, das "eine schreckliche Performance aufweist" und nach mehreren Jahren Entwicklung immer noch in einem Alphastadium ist.

    Wahnwitzig teure Raumschiffe

    Spieler kritisieren nicht nur den aktuellen Zustand des Games, sondern auch, dass der Entwickler immer mehr auf Bezahlelemente setzt. Mehr als 135 verschiedene Schiffe kann man kaufen, bis zu 3.000 Dollar lassen sich so investieren. Einen spielerischen Vorteil bringen diese Prestigeobjekte allerdings nicht. Gegenüber "Forbes" hat sich auch ein 39-Jähriger gemeldet, der bereits 4.500 Dollar in Raumschiffe gesteckt hat. Er klagte daraufhin erfolglos die Spieleschmiede auf Rückerstattung. "Die haben einen exklusiven Club geschaffen, in den man reinwill", schildert der Mann, der nach der Klage weiterhin Raumschiffe kaufte.

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    Wie geht es mit dem Spiel weiter?

    Generell zeichnet der Bericht ein eindeutiges Bild auf. Star Citizen wird unter Führung von Roberts wohl nie fertig werden. Fraglich ist außerdem, wie es mit dem Spiel weitergeht. Immer wieder wurde die Veröffentlichung verschoben und gleichzeitig neue Features angekündigt. Nun stellt sich die Frage, was zuerst passiert: Wird der Spieleschmiede das Geld ausgehen oder es tatsächlich zum Release kommen? Dem Bericht von "Forbes" zufolge wird wohl eher Ersteres passieren. (red, 7.5.2019)

    • Rund um "Star Citizen" gibt es viele Fragezeichen.
      foto: star citizen squadron

      Rund um "Star Citizen" gibt es viele Fragezeichen.

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