Erstmals einheitlicher Überblick über die verbliebenen Wälder der Erde

    Video13. Mai 2019, 07:00
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    Aktuelle Bestandsaufnahme mithilfe der Satellitenmission TanDEM-X zeigt: Ein Drittel der Landmasse auf der Erde ist von Wald bedeckt

    München – Eine globalen Waldkarte, die auf Basis von Satellitendaten entstand, liefert erstmals einen einheitlichen Überblick der Regenwälder in Südamerika, Südostasien und Afrika. Mit der vom All aus erstellten Karte wollen Forscher die Entwicklung der Wälder weltweit besser beobachten und frühere Lücken schließen, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München mitteilte.

    grafik: dlr
    Die weltweite TanDEM-X-Waldkarte entstand aus interferometrischen Radardaten.

    Trotz rasanter Baumvernichtung ist immer noch rund ein Drittel der Landmasse auf der Erde von Wald bedeckt. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts war es noch rund doppelt so viel. Die nun präsentierte Satellitenkarte bildet aktuelle eine Grundlage zur Beobachtung von weiteren Veränderungen, etwa im Amazonasgebiet. Die Erkenntnisse seien laut DLR-Foreschern für Behörden und Wissenschafter bedeutsam, da die Gebiete vor illegaler Abholzung geschützt und als Kohlenstoff-Speicher erhalten werden müssten.

    Radarsatellitendaten als Grundlage

    Die Karte mit einer Auflösung von 50 Metern sei auch in der Regionalentwicklung, in der Land- und Forstwirtschaft von Nutzen. Deutsche Radarsatelliten der Mission TanDEM-X lieferten die Daten unabhängig von Wetter oder Tageszeit – ein Vorteil bei der Kartierung von tropischen Wäldern, die meist von Wolken bedeckt sind. Für die Verarbeitung der globalen Daten wurden spezielle Algorithmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz entwickelt.

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    Video: Animation der globalen TDX-Waldkarte.

    3D-Aufnahmen der Erde

    Hauptziel der Mission TanDEM-X war ein weltweit einheitliches dreidimensionales Abbild der Erde und ihrer Geländeformationen. Dazu umkreisten die Satelliten TerraSAR-X und TanDEM-X nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt die Erde und ermöglichen so die gleichzeitige Aufnahme des Geländes aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

    Nach dem Höhenmodell werden die Daten nun für andere Fragestellungen genutzt, etwa für die Erfassung von Wäldern, Schnee und Eis sowie für die Beobachtung von Vulkanen, urbanen Gebieten und Meeresströmungen. (red, APA, 7.5.2019)

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