AK: Großteil der Banken hat Spesen erhöht – teils kräftig

    7. Mai 2019, 10:56
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    Zuletzt wurden zwölf Preise um 4,41 Prozent angehoben. Das Kassageschäft am Schalter und der Zahlungsverkehr verteuerten sich am stärksten

    Wien – Ein Großteil der Banken hat die Spesen teils kräftig und gleich mehrfach erhöht. Das kritisiert die Arbeiterkammer anhand des neuesten AK-Bankenmonitors, erstellt im Jahresvergleich bei zwölf Banken in Wien. "Im Durchschnitt wurden rund zwölf Preise um 4,41 Prozent angehoben", sagte AK-Konsumentenschützer Martin Korntheuer am Dienstag.

    Verglichen wurden die Preise von 53 Dienstleistungen wie etwa Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit oder Wertpapiere. Die Arbeiterkammer fordert mehr Transparenz für die Kunden und eine gerechte Preispolitik bei Zahlungsverkehrsdienstleistungen. Überziehungszinsen bei Girokonten müssten gedeckelt werden. Bei Girokonten, Krediten und Sparbüchern brauche es klare Zinsanpassungsklauseln für Soll- und Habenzinsen. Und: "Viele Entgelte, vor allem für Dienstleistungen in Selbstbedienung, müssen preisgünstiger werden", fordert die AK.

    Zum Teil wurden Gebühren auch gesenkt. Der AK-Bankenmonitor zeigt aber vor allem einzelne, teilweise richtig empfindliche Preissprünge. Die Volksbank Wien habe trotz mehrmaliger Nachfragen der Arbeiterkammer keine Preisaushänge übermittelt.

    Vier Banken ließen Preise unverändert

    Sieben der zwölf untersuchten Banken haben zwischen vier (Bawag PSK) und 26 (Generali-Bank) Preise oder Entgelte erhöht. "Vier Banken haben nicht an der Preisschraube gedreht: Easybank, ING, Santander Consumer und WSK-Bank", lobt die AK. Drei (Bank Austria, Erste, Hypo Niederösterreich) haben Gebühren gesenkt, auch wenn sie gleichzeitig Spesen erhöht haben.

    Die kräftigsten Ausreißer orteten die AK-Tester beim Kassageschäft (Schalter) und im Zahlungsverkehr. "So stieg bei der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien die Gebühr für eine Bareinzahlung am Schalter auf ein fremdes Raiffeisen-Konto von 3,50 um fast 86 Prozent auf 6,50 Euro", sagt Korntheuer. "Bei der Hypo Niederösterreich müssen Kunden nun 2,50 Euro für eine Barauszahlung an der Kassa von ihrem eigenen Konto berappen. 2017 waren es noch 1,55 Euro – eine Steigerung um satte 61,29 Prozent." Die auffälligste Erhöhung nahm laut AK ebenfalls die Hypo NÖ vor, indem sie die Gebühr für eine Buchung mittels Erlagschein (beleghafte Überweisung) von 93 Cent auf 2,50 Euro hinaufschraubte – eine Steigerung um 168,82 Prozent.

    Im Kassageschäft sind bei Bawag PSK und Bank Austria die Gebühren für Bareinzahlungen auf institutseigene und institutsfremde Konten (Zahlscheinzahlungen) um bis zu 18,52 Prozent gestiegen. So müssen bei Einzahlungen auf ein Konto, das nicht bei der Bawag PSK geführt wird, statt 5,40 nun 6,40 Euro bezahlt werden. Die Bank Austria verlangt bei einer Bareinzahlung auf ein fremdes Konto statt sieben nun 7,50 Euro (plus 7,14 Prozent).

    Teure Kassatransaktionsspesen insbesondere mit einer unbaren Überweisung vom Girokonto können durch einen Eigenerlag auf das Konto kostenlos oder spesengünstig erledigt werden, so ein Tipp der AK. Auch das Verhandeln von Spesen ist demnach sinnvoll. Scheitern Gespräche, so ist im Fall strittiger Spesen der Gang zur bankeigenen Ombudsstelle, zur Verbraucherschlichtung oder zur Schlichtungsstelle der österreichischen Kreditwirtschaft möglich. (APA, 7.5.2019)

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      foto: apa/helmut fohringer
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