AfD-Flügel sang "Deutschland, Deutschland über alles", Partei streitet nun über Hymne

    6. Mai 2019, 19:08
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    Parteichef Meuthen kritisiert rechten Rand der rechten Partei: Singen der ersten Strophe bei Treffen in Bayern sei "unklug" gewesen

    Berlin – AfD-Parteichef Jörg Meuthen hat das Singen der ersten Strophe des Deutschlandlieds bei einer Veranstaltung des Flügels um den Rechts-außen-Politiker Björn Höcke als unklug bezeichnet. Diejenigen, die das bei dem Treffen im bayerischen Greding am Wochenende getan hätten, "mögen sich fragen, ob das klug ist", sagte Meuthen am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

    Der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Ralf Stadler trat aus Protest gegen das Treffen in Greding aus dem Flügel um Höcke aus.

    "Ich bin nicht der Flügel"

    Die erste Strophe des Deutschlandlieds ist seit deren Missbrauch durch die Nazis verpönt. Ausdrücklich verurteilen wollte Meuthen den Vorfall vom Samstag nicht, bei dem Höcke gemeinsam mit anderen Politikern auf der Bühne stand und lächelte, während alle drei Strophen gesungen wurden.

    Es habe sich um ein süddeutsches Flügeltreffen gehandelt, nicht um eine AfD-Veranstaltung, betonte Meuthen. "Ich bin nicht der Flügel." Auf AfD-Veranstaltungen werde die dritte Strophe gesungen "und sonst nichts, darauf lege ich großen Wert".

    Das Deutschlandlied wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtet und in der Weimarer Republik zur Nationalhymne gemacht. Später missbrauchten die Nationalsozialisten die erste Strophe für ihre Zwecke ("Deutschland, Deutschland über alles"). Inzwischen wird nur noch die dritte Strophe ("Einigkeit und Recht und Freiheit") gesungen. (APA, 6.5.2019)

    • Björn Höcke (Foto) sei "unklug" gewesen, sagt sein Kollege Jörg Meuthen.
      foto: apa / dpa / bodo schackow

      Björn Höcke (Foto) sei "unklug" gewesen, sagt sein Kollege Jörg Meuthen.

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