"UPC" und "T-Mobile" verschwinden ab Montag von der Bildfläche

    5. Mai 2019, 09:46
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    Ob T-Mobile mit seiner neuen Strategie erfolgreich sein wird, ist keine ausgemachte Sache

    Für Montagabend lädt T-Mobile zur Abschiedsparty. Nach der Übernahme von UPC, sollen nun die beiden Marktauftritte "UPC" und "T-Mobile" von der Bildfläche verschwinden, dafür wird es eine neue gemeinsame Marke "unter dem Dach des T geben", wie es seitens des Unternehmens heißt. Ergänzend werden neue Angebote vorgestellt, etwa die Preise für schnelles Gigabit-Internet im Netz von UPC. In der vergangen Woche wurde bekannt, dass einige Preise für UPC-Produkte teurer werden.

    Vollständiger Anbieter

    Für den Kauf des Internet- und TV-Anbieters UPC, hat der Mobilfunker T-Mobile stolze 1,9 Milliarden Euro in die Hand genommen. Mit dem Schritt positioniert sich T-Mobile als "vollständiger Anbieter", der neben Mobilfunk nun auch Festnetzinternet und TV im Angebot hat. Insbesondere der TV-Bereich könnte sich als Ass im Ärmel im Kampf um Kunden entpuppen.

    herbert schandl

    T-Mobile hat bisher keine guten Erfahrungen mit Markenwechseln gemacht. Der Mobilfunker startete 1996 als Max Mobil – als die Marke 2002 aufgeben und zu T-Mobile wurde, verlor das Unternehmen scharenweise Kunden. Davon profitierte der Konkurrent Telering, der mit niedrigen Preisen punkten konnte. Bis Telering im Jahr 2005 um 1,3 Milliarden Euro von T-Mobile gekauft wurde. Damals kündigte das Unternehmen an, den Marktführer A1 überholen zu wollen. Daraus wurde nichts.

    Hot als guter Kunde

    Als damaliger Telering-Chef wirkte Michael Krammer, der heute mit seinem Diskonter Hot den heimischen Mobilfunkmarkt aufmischt. Hot ist ein sogenannter virtueller Anbieter, der selbst über kein eigenes Netz verfügt und sich als Untermieter in das Netz von T-Mobile einmietet. Seitens T-Mobile wird die Partnerschaft mit Krammer immer wieder gelobt. Auch weist man die Kundenzahlen Hot als die eigenen aus – so kann man etwaige Kundenabgänge verdecken.

    Fragen

    Ob T-Mobile mit seiner neuen Strategie erfolgreich ist, ist keine ausgemachte Sache. Telekom-Marktführer A1 hat bereits Preise für Festnetzinternet in Wien verbilligt, um T-Mobile Paroli zu bieten. Für A1 ein wirklich ungewöhnlicher Schritt. Auch knabbern Mobilfunk-Diskonter weiterhin an T-Mobile. Bisher hat T-Mobile jährliche Ausfälle auch mit jährlichen Preiserhöhungen für Bestandskunden kompensiert. (sum, 5.5. 2019)

    • T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth (und die alten Logos)
      foto: apa

      T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth (und die alten Logos)

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