"Game of Thrones", Staffel 8, Episode 4: Wir haben "The Last of the Starks" gesehen

    Blog6. Mai 2019, 11:23
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    Eine Trauerfeier, eine Party, viel zu viele Liebespaare und ein neuer Krieg: Westeros steht einmal mehr vor einer großen Schlacht

    ACHTUNG: Dieser Text ist finster und voller Spoiler. Wer nicht wissen will, was in dieser Folge von "Game of Thrones" oder in den vorhergehenden passiert ist, sollte lieber nicht weiterlesen. Ab mit diesem Link in die gespeicherten Texte. Sie sind immer noch da? Sicher? Gut, wir haben Sie gewarnt, es folgen SPOILER.

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    Nach der großen Schlacht von Winterfell ist in "The Last of the Starks" – also "Die letzten Starks" – die Zeit der Trauer und des Feierns im Norden angebrochen. Zuerst heißt es Abschied nehmen von den Gefallenen des Kampfes gegen die Toten. In zahlreichen Stapeln liegen sie da, die Überlebenden trauern. Daenerys um Jorah, Sansa um Theon Greyjoy, wir sehen alle Toten noch ein letztes Mal, Lyanna Mormont, Beric Dondarrion, Edd, bevor nach einer Ansprache von Jon Snow die Leichenberge in Brand gesetzt werden – sicher ist sicher, auch wenn der Night King tot ist.

    Bei den ausschweifenden Feierlichkeiten fehlt die Heldin der Schlacht um Winterfell: Einmal mehr stellt sich die Frage "Wo ist eigentlich Arya?". Diesmal fragt Gendry, Love Interest der Night-Kings-Killerin und neuernannter Lord of Storm's End. Daenerys hat den Baratheon-Bastard während des Festes legitimiert – wohl nicht ganz uneigennützig, wie Berater Varys auch feststellt. Denn der neue Lord wird der Königin der sieben Königslande sicher ergeben sein. Sofern Daenerys halt überhaupt die Königin wird, aber dazu später mehr.

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    Begräbnis auf Nordisch.

    Gendry jedenfalls macht sich auf die Suche nach Arya und hat dann nichts Besseres zu tun, als sie um ihre Hand zu bitte. Ja, genau, heiraten. Die wenig überraschende Antwort: "Ich bin keine Lady" – eine Reminiszenz an die erste Staffel, als Arya ihrem Vater Ned eine ähnliche Antwort gibt. Sorry, Gendry, keine Liebe für dich, nur ein Schloss. Aber was hat er sich dabei auch gedacht? Egal, damit dürfte dieser Handlungsstrang wohl abgeschlossen sein.

    Party, Party, Party

    Der Rest der Party läuft ab, wie ausschweifende Partys nun mal ablaufen: Es wird gegessen, viel zu viel getrunken, Leute schmusen oder trennen sich, und irgendwann fängt einer an, Geschichten aus dem Krieg zu erzählen. In diesem Fall natürlich von der Schlacht der vergangenen Tage. Daenerys schmettert einen Toast auf "Arya, die Heldin von Winterfell" in den Saal, die Herren scharen sich lieber um Jon Snow, um darüber zu schwadronieren, was für ein toller Hecht er nicht ist und was für ein großartiger Kämpfer. Na ja, Ansichtssache. Jedenfalls lässt diese Lobhudelei Daenerys nicht kalt – sie sieht, wie sehr die Nordmänner ihren Jon lieben, ihn verehren. Etwas, wovon sie in Westeros nur träumen kann. Nicht nur Sansa ist immer noch nicht glücklich mit der Vorstellung, dass die Drachenkönigin auch ihre Königin sein wird. Und immer noch scheint Lady von Winterfell von der Unabhängigkeit des Nordens zu träumen.

    Den wohl schwindligsten (und unnötigsten) Plot des Festes liefern Jaime und Brienne. Und ja, genau das. Wer sich schon schwergetan hat, die verunglückte Sexszene von Arya und Gendry in Folge 1 der achten Staffel zu verdauen, viel Spaß mit der unbeholfenen, schlecht geschriebenen und völlig hinüberen Szene zwischen der Ritterin und dem Ritter. Ich sehe davon ab, genauer zu beschreiben, was passiert. Aber es beginnt mit "Es ist so heiß hier" und wird dann auch nicht besser. Das wäre dann schon Liebespaar Nummer zwei innerhalb von circa einer halben Stunde. Tormund war auch kurz da, kriegt aber erst einen Melancholischen, als seine große Frau mit Jaime abpascht, findet sich dann aber eine andere.

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    Die Drachenkönigin fragt sich immer häufiger, wer zu ihr hält und wer nicht.

    Liebe und Frieden

    Liebespaar Nummer drei werden Jon und Daenerys sein. Sie versucht ihn – mit glühenden Blicken und ein bisschen Schmusen – davon zu überzeugen, sein Geheimnis, also dass er eigentlich ein Targaryen und der rechtmäßige (weil Mann) Thronfolger ist, für sich zu behalten. Ganz für sich. Geheimnisse sind nie eine gute Idee. Nie. Nie. Nie. Weil irgendwer weiß immer Bescheid oder findet es heraus, und dann gute Nacht. Jon lässt sich auch nur wenig beeindrucken von den Überredungskünsten und will zumindest Arya und Sansa, seine Eigentlich-doch-nicht-Halbschwestern, einweihen. Dass sich Daenerys' Begeisterung in Grenzen hält, verwundert nur wenig. Zu Recht, wie sich später zeigen wird.

    Bei einer Lagebesprechung für den "letzten Krieg" – also jenen gegen Cersei und ihre Heere um den Eisernen Thron – erklärt Jon Daenerys demonstrativ seine Gefolgschaft. "Was du auch befiehlst, wir werden uns fügen." Das sorgt für Augenrollen bei Sansa und Arya. Noch am nächsten Tag sollen Jon und Davos nach King's Landing reiten, Daenerys samt Flotte und Drachen nach Drachenstein reisen.

    Die letzten Starks, also Bran, Sansa, Arya und eben Jon, stellen sich noch einmal im Goodswood. Nach einigem Hin und Her über Eide und Loyalitäten (Jon gegenüber Daenerys, die Starks gegenüber dem Norden) lässt Jon Sansa und Arya schwören, dass sie das Geheimnis um ihn für sich behalten werden. Was wir dann nicht sehen, ist, wie Bran die beiden in die Targaryen-Abstammung Jons einweiht.

    Dein Geheimnis ist bei mir sicher – not!

    Sansa, wahrscheinlich weil sie an ihrer eigenen Karriere plottet, wird das "Geheimnis" sehr schnell Tyrion weitererzählen, und der Varys. So wird die Zahl jener, die wissen, dass Jon eigentlich Aegon ist, immer größer, und dieses Wissen wird immer gefährlicher für Daenerys. Varys jedenfalls ist sich schon nicht mehr sicher, wie es mit der geistigen Verfassung der Drachenkönigin aussieht – vor allem weil sie vorhat, King's Landing samt und sonders mit den Drachen abzufackeln, wenn sich Cersei nicht freiwillig ergibt, wovon nicht unbedingt auszugehen ist. Man einigt sich also einmal darauf, Cersei die Kapitulation anzubieten und dann erst zu schießen.

    Daenerys' Reise nach Drachenstein verlief nämlich nicht ohne ... nennen wir es "Schwierigkeiten". Gerade als wir die Flotte der Greyjoys mit dem Drachenbanner und den zwei vom Kampf etwas angeschlagenen Drachen über die Meere gleiten sehen, trifft einen der Drachen ein Speer. Einer jener Riesenspeere, die wir schon aus der vergangenen Staffel kennen. Und dann noch einer und noch einer. Drache Nummer zwei tot. Euron war da. Euron mit seinen Schiffen, zahlreichen Katapulten für Drachenspeere und offenbar sehr zielgenauen Schützen. Warum Daenerys Eurons Flotte als Rache für den toten Drachen nicht einfach niederbrennt – ich weiß es nicht. Auch nicht, warum sie direkt auf den Speer zufliegt und dann nichts tut. Dafür tut Euron was: Er richtet die Speere einfach auf die Schiffe Daenerys' – und vernichtet sie in weiten Teilen. Misandei, die BFF von Daenerys und Geliebte von Grey Worm, nimmt er gefangen und bringt sie Cersei.

    hbo/helen sloan
    Königin Cersei und ihr Freund Euron.

    Wie erwähnt, Daenerys lässt sich nach diesem Desaster breitschlagen und fliegt nicht direkt nach King's Landing und zündet es an, sondern reist erst einmal mit einer kleinen Truppe in die Hauptstadt, wo sie von Cersei und Euron an den Toren, mit auf sie gerichteten Waffen, empfangen werden. Tyrion als Sprecher geht an die Stadtmauer und wird erstaunlicherweise nicht von Cersei getötet. Er unterbreitet das "Angebot" einer Kapitulation Cerseis. Diese Antwortet damit, dass sie Misandei vom Mountain vor aller Augen köpfen lässt.

    Wie geht's weiter?

    Was für die kommenden letzten zwei Folgen (möglicherweise) zu erwarten ist: auf jeden Fall der Kampf um King's Landing; wenn's schnell gehen soll, reicht ein Drachenangriff, soll es taktisch spezieller sein, werden wir wohl noch eine große Schlacht sehen. Auf dem Weg nach King's Landing sind übrigens auch Jaime – der möglicherweise wirklich genug von seiner Schwester hat und sie (die Prophezeiung?) selbst umbringt; Arya und der Hound – auch auf Aryas Liste steht Cersei. Arya sagt auf dem Weg Richtung King's Landing, sie werde nicht mehr nach Winterfell zurückkehren – damit wäre wohl Sansa die letzte Stark, wenn man Bran als Three Eyed Raven nicht mehr dazuzählt. Der Hound ist wohl auf dem Weg zur Clegane-Bowl, also dem Kampf gegen seinen Bruder, den Mountain. Wie lange es noch dauert, bis sich Daenerys' Befürworter gegen sie wenden, ist wohl auch nur mehr eine Frage der Zeit.

    Für weitere Prophezeiungen und Diskussionen rund um das Ende von "Game of Thrones" ist hiermit das Forum eröffnet. (Daniela Rom, 6.5.2019)

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    Hier der Trailer für die fünfte Folge.

    Noch vor Beginn der letzten Staffel haben wir im STANDARD-Serienreif-Podcast darüber spekuliert, wer das Ende nicht mehr erleben wird. Wir hatten ein bisschen recht, aber auch vieles nicht vorhergesehen.

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