Sozialismusdebatte in Berlin: Zu stark nach links geblinkt

Kommentar2. Mai 2019, 18:01
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Wer es wie Kühnert angeht, der macht sich lächerlich

Niemand muss an Wuchermieten und kargem Lohn verzweifeln. Stattdessen wohnen alle Deutschen im Genossenschaftsbau und gehen morgens in die staatseigenen Motorenwerke (ehemals BMW) zur Arbeit, wo sie fröhlich vor sich hin schrauben.

So sähe die Welt von Juso-Chef Kevin Kühnert aus, wäre er SPD-Chef und Kanzler einer sozialistischen Alleinregierung. Um zunächst eine kleine Lanze für den 29-Jährigen zu brechen: Es gehört zum Berufsbild eines Juso-Chefs, auch die eigene Parteispitze aufzuschrecken.

Das ist Kühnert gut gelungen, als er nach der Bundestagswahl 2017 mit nachvollziehbaren Argumenten gegen die große Koalition mobilmachte und die Interessen vieler in der SPD vertrat. Seither hat sein Wort Gewicht.

Doch seine Utopie von der klassenlosen Gesellschaft, in der es keine privaten Vermieter und in großen Betrieben keine kapitalistische Ordnung mehr gibt, schießt völlig übers Ziel hinaus. Offenbar hat Kühnert ein paar Anleihen zu viel beim vieldiskutierten Berliner Volksbegehren zur Enteignung von Immobilienkonzernen genommen.

Einen solchen Systemwechsel wollen in Deutschland nur eine Handvoll Leute ernsthaft. Der Rest ist froh, dass der Sozialismus mit all seinen negativen Ausprägungen mit der DDR untergegangen ist. Richtig ist: Wohnungsnot und geringe Löhne gehören diskutiert. Aber wer es wie Kühnert angeht, der macht sich dabei lächerlich. (Birgit Baumann, 3.5.2019)

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