Philips Diktiergeräte – Die Weltmarktführer vom Wienerberg

    2. Mai 2019, 13:06
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    Diktiergeräte aus Favoriten auch in Gerichten in Äthopien und Spitälern auf den Färöer Inseln

    Egal ob bei Gericht oder im Spital, oft ist ein kleiner Helfer aus Wien Favoriten mit dabei, hergestellt von der Raiffeisen-Tochter Speech Processing Solutions. Diese verkauft unter dem Markennamen Philips Diktiergeräte und ist damit Weltmarktführer. 100 der 170 Mitarbeiter sind am Wienerberg beschäftigt, die durchschnittliche Beschäftigungsdauer liegt bei 14 Jahren.

    Und die Mitarbeiter haben noch viel vor, so Unternehmenschef Thomas Brauner im Gespräch mit der APA. Denn künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge bzw. die Industrie 4.0 sind die nächsten Technologietreiber für die Geräte, die vor 65 Jahren in Wien erfunden wurden. Vorreiter sind hier die US-Giganten Amazon und Google mit ihrer Spracherkennungssoftware.

    Start-ups und heimische Universitäten

    Um für den nächsten Schritt gerüstet zu sein, arbeiten die Wiener mit Start-ups und heimischen Universitäten zusammen, wobei Design und Entwicklung in Wien angesiedelt sind. Hauptabsatzmarkt ist die USA, lediglich fünf Prozent werden am Inlandsmarkt umgesetzt. Zu den größten Kunden des Tochterunternehmens der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich (RLB OÖ) am Heimatmarkt gehören die Zivil- und Strafgerichte und das Wiener AKH. Insgesamt werden fünf Millionen Kunden in 40 Ländern beliefert – unter anderem die Spitäler auf den Färöer Inseln und in Grönland sowie Gerichte in Äthiopien.

    Größter Hoffnungsmarkt für Speech Processing Solutions ist China, das gleich einen Schritt übersprungen hat. Während in Großbritannien und deren Kolonien wie Hongkong die Verwendung von Diktiergeräten weit verbreitet waren, war dies im Reich der Mitte nicht der Fall. Die Chinesen setzen dafür voll auf die nächste Stufe, die Spracherkennung. Dieser Markt habe sich erst vor fünf Jahren entwickelt, so Brauner.

    Grundschutz

    Aktueller Treiber für den Diktiergeräte-Absatz ist die Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO), die am 25 Mai ihren einjährigen Geburtstag feiert. Durch die Verordnung seien die Dokumentationsanforderungen erheblich gestiegen. So würde das Führen der Patientenakten vielfach die Hälfte der Arbeitszeit eines Arztes ausfüllen.

    Wobei nicht alle Kunden nach dem Neuesten suchen – gerade Abnehmer mit besonders sensiblen Daten setzen gerne auf das gute alte analoge System mit einer Aufzeichnung auf einer Kassette. (APA, 2.5. 2019)

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