Neuseeländische Medien vereinbaren Kodex für Christchurch-Prozess

    1. Mai 2019, 09:40
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    Dem mutmaßlichen Attentäter soll keine Plattform für Rassismus geboten werden – Festnahme nach Sprengstofffund in Christchurch

    Wellington – Die großen Medienhäuser Neuseelands haben sich vor dem Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter von Christchurch auf einen Kodex zur Berichterstattung verständigt. Die Sender und Zeitungen veröffentlichten am Mittwoch eine Selbstverpflichtung, wonach sie dem 28 Jahre alten Australier keine Plattform für die Verbreitung von rassistischen und terroristischen Gedanken bieten wollen.

    Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen Mitte März hatte ein Australier 50 Menschen getötet. Der Rechtsextremist und Rassist sitzt im einzigen Hochsicherheitsgefängnis des Landes in Auckland in Untersuchungshaft. Ihm wird 50-facher Mord und 39-facher Mordversuch zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Für den Prozess gibt es noch keinen Termin.

    Die Erklärung wird unter anderem vom Sender Radio New Zealand, verschiedenen Zeitungshäusern und dem Online-Portal Stuff getragen. Darin heißt es, man wolle "jede Berichterstattung über Äußerungen begrenzen, die Theorien zur weißen Überlegenheit oder terroristische Theorien aktiv fördern". Dazu gehört auch, dass keine Bilder verbreitet oder ausgestrahlt werden, die den Angeklagten mit rassistischen Gesten oder Symbolen zeigen.

    Bombe in Christchurch entdeckt

    Am Dienstag wurde in Christchurch eine selbstgebastelte Bombe entdeckt. Die Polizei konnte einen Zusammenhang mit den Moschee-Anschlägen vom März jedoch ausschließen. Bisher deute nichts auf eine Verbindung zwischen einem 33-jährigen Mann, der nach dem Fund des Sprengsatzes festgenommen wurde, und den Anschlägen vom März hin, teilte die Polizei mit.

    Auf einem leeren Grundstück in der neuseeländischen Stadt waren am Dienstag "ein mutmaßlicher Sprengkörper" und Munition gefunden worden – ein Sprengstoffkommando des Militärs rückte an. Der festgenommene 33-Jährige erschien am Mittwoch vor Gericht. Ihm wird der Besitz von Sprengsätzen, Munition und Angriffswaffen zur Last gelegt. Die Polizei sucht nach eigenen Angaben keine weiteren Verdächtigen.

    Der 33-Jährige bleibt örtlichen Medien zufolge vorerst bis 6. Mai in Untersuchungshaft. Nähere Details zu dem Fall wurden auf Anfrage der Polizei zunächst nicht bekanntgegeben.

    Seit dem Anschlag von Christchurch mit zahlreichen Toten herrscht in Neuseelands drittgrößter Stadt erhöhte Wachsamkeit. Ein australischer Rechtsextremist wurde wegen 50-fachen Mordes angeklagt und sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Auckland. (APA, 1.5.2019)

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