Pflanzenschutzmittel Dicofol wird weltweit aus dem Verkehr gezogen

    30. April 2019, 19:09
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    Substanz gegen Spinnmilben kann zu Hautirritationen führen

    Genf – Das giftige Pflanzenschutzmittel Dicofol wird weltweit aus dem Verkehr gezogen. Darauf einigten sich gut 150 Staaten in Genf, wie ein Sprecher des Sekretariats der Stockholmer Konvention über persistente organische Schadstoffe am Dienstag berichtete.

    Die Einigung sei bereits am Montagabend ohne Widerspruch gefallen. Dicofol komme nun zu den rund 20 Chemikalien im Anhang A der Konvention, die die Vertragsstaaten eliminieren müssen.

    Gift für Fische und Algen

    Dicofol wird etwa gegen Spinnmilben eingesetzt und kann nach Angaben des Sekretariats zu Hautirritationen führen, und ist für Fische und Algen giftig. Bei Vögeln soll es die Eierschale dünner machen und die Fruchtbarkeit einschränken.

    Es wird nach Angaben des Sekretariats nur noch in Indien hergestellt. Die Regierung in Neu Delhi habe ein Verbot der Produktion angekündigt, das in Kürze in Kraft treten soll. In der EU ist das Mittel nicht auf der Liste der zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Deutschland hat die Stockholm-Konvention 2002 ratifiziert. Darin geht es um langlebige organische Schadstoffe (persistent organic pollutants, POP). Ihr Ziel ist die Beendigung oder Einschränkung der Produktion, Verwendung und Freisetzung dieser Stoffe.

    Konferenz bis Ende nächster Woche

    Die Vertragsstaaten der Stockholm-Konvention sowie zweier weiterer Umweltschutz-Konventionen tagen bis Ende nächster Woche in Genf, um die Bestimmungen zu verschärfen. Die Unterzeichner des Basler Übereinkommens über den grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle wollen den internationalen Handel mit Plastikmüll reduzieren. Die Unterzeichner des Rotterdamer Übereinkommen wollen eine bessere Kennzeichnung von Pestiziden im internationalen Handel erreichen. (APA, 30.4.2019)

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