Bei Mediamarkt und Saturn wird gespart: Hunderte Stellen fallen weg

    30. April 2019, 15:54
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    Deutschlands größter Elektronikhändler will seine Verwaltungsaufwendungen in Deutschland um ein Fünftel senken – Vor allem Zentrale in Ingolstadt und Marketingabteilung in München betroffen

    Düsseldorf/Ingolstadt – Mit Werbeslogans wie "Geiz ist geil" oder "Wir können nur billig" haben die Handelsketten Mediamarkt und Saturn jahrzehntelang den Elektronikhandel dominiert, doch jetzt wird bei den Handelsriesen selbst der Rotstift angesetzt. Hunderte Stellen in der Verwaltung des Elektronikriesen sollen abgebaut werden, wie der Media-Saturn-Chef Ferran Reverter am Dienstag ankündigte.

    Der Hintergrund: Der Elektronikhändler Ceconomy mit seinen bekannten Töchtern Mediamarkt und Saturn steckt in der Krise. Der Handelsriese kämpft aufgrund der Online-Konkurrenz mit sinkenden Umsätzen und wegbrechenden Gewinnen. Der Aktienkurs ist seit der Trennung vom einstigen Mutterkonzern Metro im Sommer 2017 drastisch gefallen.

    Doch nun will eine neue Führungsspitze um den seit März amtierenden Ceconomy-Chef Jörn Werner und den Media-Saturn-Chef Reverter den Konzern mit harter Hand wieder auf Erfolgskurs bringen. "Unsere Strukturen sind zu komplex. Viele Prozesse sind zu ineffizient, und es gibt zu viele unklare Verantwortlichkeiten", beschrieb Werner am Dienstag die Probleme aus seiner Sicht. Die Verwaltung sei eindeutig überdimensioniert.

    Abbau in Zentrale

    Ein Stellenabbau soll nun Abhilfe schaffen. Der Ceconomy-Chef will die Verwaltungskosten des Konzerns in Deutschland um rund 20 Prozent reduzieren. Das entspricht immerhin Einsparungen von 110 bis 130 Millionen Euro im Jahr. Eine "mittlere dreistellige Zahl von Stellen" werde dafür wohl am Ende wegfallen, sagte Reverter. Der größte Teil des Stellenabbaus werde die Media-Saturn-Zentrale in Ingolstadt und die Marketingabteilung in München treffen, heißt es.

    Auch anderswo wird der Rotstift angesetzt. So wird die Streamingplattform Juke geschlossen werden. Und auch andere kleine Engagements wie die Beteiligung von Media/Saturn an der Wiederverkaufsplattform Flip4New stehen auf dem Prüfstand. Auch das Management wird nicht verschont: Die Ceconomy-Spitze wird verkleinert und vom 1. Juni an aus nur noch zwei Vorständen bestehen.

    Die Kunden sollen allerdings erst einmal möglichst wenig von dem Effizienzsteigerungsprogramm merken. Beide Marken – Mediamarkt und Saturn – sollen erhalten bleiben, wie Werner betont. Hinter den Kulissen soll aber in Zukunft enger zusammengearbeitet werden. Auch Filialschließungen sind im Zuge des Effizienzsteigerungsprogrammes nicht vorgesehen.

    Potenzial "nicht ausgenutzt"

    Die Einschnitte seien ein wichtiger erster Schritt, betonte Werner. Bis zum Jahresende will die neue Konzernführung außerdem die strategische Ausrichtung des Elektronikhändlers überarbeiten. "Wir haben unser Potenzial bisher noch nicht vollständig ausgenutzt", betonte Werner. Der Markt habe großes Potenzial weit über das bloße Verkaufen von Elektronik hinaus. Immer mehr Kunden benötigten Hilfe bei dem Umgang mit komplexer Technik auch im eigenen Heim.

    Mediamarkt und Saturn hätten sich in der Vergangenheit viel zu sehr darauf konzentriert, ein möglichst großes Sortiment zum günstigsten Preis anzubieten, dabei aber das Einkaufserlebnis und den Service vernachlässigt. Nun gelte es, alles auf die Bedürfnisse des Kunden auszurichten.

    Ceconomy beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben gut 27.000 Mitarbeiter, einschließlich der Elektronikmärkte. Weltweit beläuft sich die Beschäftigtenzahl auf gut 60.000. (APA, 30.4.2019)

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