Microsoft distanziert sich von "Minecraft"-Erfinder "Notch"

    30. April 2019, 10:09
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    Markus Persson war immer wieder mit umstrittenen Statements aufgefallen, nun darf er nicht zur Jubiläumsfeier für sein Game

    Es wurde ein beliebter Multiplayer-Sandkasten für viele Millionen Spieler. Und es hat seinen Erfinder, Markus "Notch" Persson, zu einem reichen Mann gemacht: Minecraft. 2014 verkaufte Persson die Rechte am Spiel und das Entwicklerstudio Mojang um 2,5 Milliarden Dollar an Microsoft.

    Heuer feiert das Game sein zehnjähriges Jubiläum. Auf der von den neuen Eignern ausgerichteten Veranstaltung zu dem Anlass wird "Notch" allerdings fehlen. Er ist aufgrund seiner "Meinungen und Kommentare" nicht willkommen, berichtet "Variety".

    "Wahnvorstellungen"

    Nachdem er, unter einiger Kritik der Fans, Mojang verkauft und das Studio gleichzeitig auch verlassen hatte, war Persson immer wieder mit fragwürdigen Tweets aufgefallen. So erklärte er, dass Transgender-Personen, die sich als Frauen sehen, sich eben nur so fühlten. Und wer sie in ihren "Wahnvorstellungen" bestärke, sei "absolut böse". Nachsatz: "Werden psychische Krankheiten nicht mehr stigmatisiert?"

    In einer anderen Nachricht sprach er sich für einen "heterosexuellen Pride Day" aus. Zudem erklärte er, wer gegen das Konzept eines solchen Tages sei, verdiene es, er schossen zu werden. Erst im Nachhinein entschuldigte sich und erklärte, erst später verstanden zu haben, worum es bei einem Pride Day gehe.

    Lieber faschistische Frau als feministischer Mann

    Auch mit Statements zum Thema Feminismus ist Notch aufgefallen. So versuchte er, ein Gegenstück zum Begriff "Mansplaining" in Form von "Cuntfusing" zu etablieren, beschimpfte die Indie-Entwicklerin Zoe Quinn, als diese die Verbindungen eines anderen Entwicklers zu "Gamergate" hinterfragte.

    Und erst im letzten März erklärte er, dass er lieber eine faschistische Frau wäre, denn ein feministischer Mann. Auch dieser Tweet sorgte für einige Kritik und gehört mittlerweile zu einer ganzen Reihe an Botschaften auf dem Kurznachrichtendienst, die von ihm wieder gelöscht wurden.

    minecraft

    "Nicht repräsentativ"

    Seine Nichtteilnahme an der Jubiläums-Pressekonferenz am 17. Mai in Stockholm begründet man bei Microsoft ohne Referenz auf konkrete Aussagen. "Seine Meinungen und Kommentare sind nicht repräsentativ für Microsoft, Mojang oder für ‘Minecraft‘", heißt es. Schon zuvor war die Referenz auf "Notch" auf dem Ladebildschirm des Games gelöscht worden.

    Auf dem Event will man sich nicht nur mit der Geschichte des Games beschäftigen, sondern auch einen Ausblick auf künftige Neuerungen geben. Erst vor kurzem wurde mit "Village & Pillage" ein umfangreiches Update für das Game veröffentlicht. Nach Angaben von Microsoft zieht Minecraft monatlich mehr als 90 Millionen Spieler an. (red, 30.04.2019)

    • "Notch" ist nicht zur Geburtstagsfeier von Minecraft eingeladen.
      foto: mojang

      "Notch" ist nicht zur Geburtstagsfeier von Minecraft eingeladen.

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