Crossing Europe: "The man who surprised everyone" bester Spielfilm

    29. April 2019, 21:01
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    Über eine Identitätssuche an der Grenze zwischen Mann und Frau. Familienepos "Heimat ist ein Raum aus Zeit" siegte im Doku-Wettbewerb

    Linz – Beim Filmfestival Crossing Europe in Linz sind am Montag die Sieger im Wettbewerb gekürt worden: Als bester Spielfilm wurde der russische Streifen "The man who surprised everyone" von Natasha Merkulova und Aleksey Chupov ausgezeichnet. Beste Dokumentation wurde der Film "Heimat ist ein Raum aus Zeit" von Thomas Heise. Insgesamt wurden Geld- und Sachpreise im Wert von rund 30.000 Euro vergeben.

    Im Mittelpunkt von "The man who surprised everyone" steht Egor, Forstverwalter in der sibirischen Taiga, Familienmensch, werdender Vater. Angesichts einer Krebsdiagnose sucht und findet er eine neue Identität – die einer Frau. Die Jury lobte die Zeichnung einer "politischen und poetischen Figur eines zeitgenössischen Märtyrers". Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

    Der deutsch-österreichische Film "Heimat ist ein Raum aus Zeit", in dem Thomas Heise die Geschichte einer verzweigten Familie über vier Generationen zwischen Wien, Dresden und Berlin verfolgt, wurde mit dem mit 5.000 Euro dotierten Social Awareness Award – Best Documentary prämiert. Die Jury lobte "eine in jeder Hinsicht unangepasste, dichte und herausragende Arbeit, der es auf virtuose Weise gelingt uns zu entschleunigen und zeitgleich hellwache Konzentration herzustellen".

    Sexualität in Slowenien

    In der neuen Jugendschiene YAAAS! (2.000 Euro) setzte sich "Consequences" von Darko Stante durch, der sich um die Haltung zur Sexualität in Slowenien und das soziale Gefüge in einem Heim für straffällige Jugendliche dreht. "Der brutale Umgang der Jugendlichen untereinander regt zum Nachdenken an", befand die Jugendjury.

    In der Kategorie Local Artist (5.000 Euro) wurde "Bewegungen eines nahen Berges" von Sebastian Brameshuber ausgezeichnet. In dem Film geht es um einen aus Nigeria stammenden Handwerker, der im Schatten des Erzberges eine neue Existenz aufgebaut hat. "Wir zeichnen einen Film aus, der es vermag, aus einer präzisen und konzentrierten Beobachtung eine vielschichtige Erzählung zu weben", urteilten die Juroren.

    Den Publikumspreis (1.000 Euro) erhielt der bulgarische Streifen "Irina" von Nadejda Koseva über das Schicksal einer Leihmutter. Der "Innovative Award – Local Artist" (3.500 Euro) ging an "Animistica" von Nikki Schuster, der Creative Region Music Video Award (1.500 Euro) an "Fahrvergnügen – Chris Imler" von Dagmar Schürrer. (APA, 29.4.2019)

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