Miracoli spart Käse bei Fertig-Spaghetti ein, erntet erboste Reaktionen

    29. April 2019, 18:11
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    Heftige Kritik von Kunden und Verbraucherschützern in sozialen Medien – Firma beruft sich auf "Lebensmittelverschwendung"

    Der Nahrungsmittelhersteller Miracoli hat sich den Zorn zahlreicher Kunden eingefangen – und eine Rüge von Konsumentenschützern. Der Slogan "Miracoli ist fertig", sei nicht mehr zutreffend, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg. Der Grund: Der Hersteller hat nicht nur seine Verpackung neu gestaltet, sondern lässt nun auch Inhalte weg.

    Konkret: den Nudeln lagen bisher drei Packungen bei. Eine enthielt Tomatensauce, eine weitere eine Würzmischung und in einer dritten befand sich ein Parmesan-artiger Käse namens "Pamesello". Allerdings nicht mehr. In den neuen Packungen wurde er gestrichen, dokumentiert man. Zudem wurde auch die Menge an Tomatensoße und Würzmischung reduziert.

    "Ohne Käse schmeckt es nicht"

    Die Käufer sind von dieser Änderung nicht sonderlich begeistert, wie mehrere Medien, etwa "Der Westen", dokumentieren. "Dann wird es nicht mehr gekauft. Ohne Käse schmeckt es nicht", kommentiert eine Facebooknutzerin unter das Posting der Verbraucherzentrale. "Erst wenn da wieder Käse drin ist, kaufe ich MIracoli wieder", meint ein weiterer.

    Auch auf die Facebookseite von Miracoli selber haben es die erbosten Reaktionen schon geschafft. "Ihr habt es endgültig geschafft, dass ich keines eurer Produkte mehr kaufen werde", meint etwa ein Kunde, der dem Unternehmen auch einen weiteren Verstoß gegen seine "Traditionen" zur Last legt.

    Die Firma, die zum Mars Foods-Konzern gehört, hat sich auf Twitter gegenüber einem kritischen Nutzer zu Wort gemeldet. Die Antwort hat allerdings nicht unbedingt zur Beruhigung der Situation beigetragen.

    Statement sorgt für noch mehr Ärger

    Da man "gegen Lebensmittelverschwendung" sei und "viele Miracoli-Käufer den Käse gar nicht verwendet" hätten, habe man sich entschieden, ihn nicht mehr beizulegen heißt es. Auf die verringerte Menge an Gewürzen und Tomatensoße geht man nicht ein, auch Nachfragen ob des gleich gebliebenen Preises wurden nicht beantwortet.

    Auch hier erntet man dementsprechend enttäusche Reaktionen. "Das war’s dann für mich mit 3x die Woche Miracoli", heißt es in einem Antwort-Tweet. Für eine weitere Nutzerin geht damit sogar "eine drei Jahrzehnte umfassende Ära" zu Ende.

    Immerhin: Die Anzahl österreichischer Betroffener dürfte sich in Grenzen halten. Denn 2013 stellte man den Supermarktvertrieb in der Alpenrepublik mangels Nachfrage ein. Fans der Fertiggerichte müssen die Produkte seither über den Onlineshop von Mars oder Amazon beziehen. Dass der Inhalt der Spaghettipackung nun um 17,2 Gramm leichter ausfällt, dürfte allerdings keine vorteiligen Auswirkungen auf die Versandkosten haben. (red, 29.4.2019)

    • Nach der für die Käufer unvorteilhaften Änderung muss nun die Marketingabteilung online die Scherben einsammeln.
      foto: getty

      Nach der für die Käufer unvorteilhaften Änderung muss nun die Marketingabteilung online die Scherben einsammeln.

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