P&R-Pleite: 110 Millionen von drei Milliarden Euro gesichert

    29. April 2019, 15:38
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    Ein Million der verkauften deutschen Container existierten nur auf dem Papier. Erste Abschlagszahlungen an Gläubiger sind für 2020 geplant

    München – Im möglicherweise größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte haben die Insolvenzverwalter der Münchner Containerfirma P&R bisher 110 Millionen Euro der im Feuer stehenden 3,5 Milliarden Euro gesichert. Bis Jahresende erwartet Insolvenzverwalter Michael Jaffe weitere 150 Mio. Euro Einnahmen aus der weiterlaufenden Containervermietung, teilte die für Jaffes Kanzlei tätige PR-Agentur am Montag mit.

    Die ersten Abschlagszahlungen an die rund 54.000 Gläubiger sind für 2020 geplant.

    Container für Privatanleger

    P&R hatte auf dem grauen Kapitalmarkt rund 1,6 Millionen Container an Privatanleger verkauft, darunter viele Senioren, die mit der Vermietung der Container ihre Alterseinkünfte aufbessern wollten. Außerdem versprach P&R den Rückkauf der großen Stahlboxen. Nach der Insolvenz stellte sich jedoch heraus, dass gut eine Million der verkauften Container nur auf dem Papier existierte und daher auch keine Einnahmen bringen konnte. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Firmenchef Heinz Roth wegen gewerbsmäßigen Betrugs erhoben.

    80.000 Briefe

    Zum Zeitpunkt der Pleite hatten die P&R-Kunden rund 3,5 Milliarden Euro angelegt. Der Insolvenzverwalter hofft, insgesamt noch 560 Millionen Euro sichern zu können – was darauf hinaus läuft, dass an die drei Milliarden Euro verloren sein könnten. Jaffe will in den nächsten Tagen einen Vergleichsvorschlag an die Gläubiger verschicken, insgesamt mehr als 80.000 Briefe. Dass so viele Schreiben verschickt werden, liegt daran, dass vier P&R-Gesellschaften insolvent sind und manche Kunden mehrere Forderungen angemeldet haben.

    Zum Jahresanfang brachte der Anlegerschutzverein Cobin Claims eine Klage gegen einen steirischen Container-Vermittler auf den Weg. Gehofft wurde, Rechtssicherheit für betroffene Anleger zu schaffen und das investierte Geld einzuklagen. Bei der Investition in die Schiffscontainer sei vom Vermittler die besondere Sicherheit dieser Veranlagung hervorgehoben worden, weil den Anlegern Eigentum an den Containern versprochen wurde. (APA, 29.4.2019)

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