Debüt in Dresden: Ist die Neue im "Tatort" Top oder Flop?

    Ansichtssache28. April 2019, 16:04
    390 Postings

    In "Das Nest" ermitteln Karin Hanczewski und Cornelia Gröschel erst nach und nach gemeinsam

    Kommissarin Karin Gorniak wird bei einem Einsatz schwer verletzt. Der Täter kann entkommen und Karins neue Kollegin Leonie Winkler muss den Fall übernehmen. Doch Winkler kommt in den Ermittlungen nicht weiter und droht den Fall abgeben zu müssen. Als Karin Gorniak nach zwei Monaten aus dem Krankenhaus entlassen wird, lässt sie sich in den Innendienst versetzen. Aber nur sie hat den Täter gesehen und könnte ihn identifizieren.

    Winkler erkennt, dass sie nur gemeinsam mit Gorniak den Fall lösen wird. Nach einer Gegenüberstellung, kann Gorniak den Kreis der Verdächtigen auf den Chirurgen Dr. Christian Mertens und den Krankenpfleger Bernd Haimann eingegrenzt werden. Karin nimmt immer mehr an, dass Dr. Mertens der Täter ist, doch seine Ehefrau gibt ihm ein Alibi. Karin zweifelt an ihrem eigenen Urteilsvermögen und verliert die Unterstützung ihres Chefs Schnabel. Doch dadurch gerät sie in Lebensgefahr. "Das Nest" (Sonntag, 20.15 Uhr, ORF 2, ARD) heißt der Fall des neuen Ermittlungsduos in Dresden.

    orf/ard/daniela incoronato

    ",Das Nest' ist mal wieder einer dieser ,Tatort'´-Fälle, der die Meinungen spalten wird", schreibt Ingo Scheel auf n-tv.de. "Der Casual-Gucker dürfte sich bestens unterhalten fühlen: Hier sitzt jede Szene, jede Kamerafahrt dampft vor Freude am postmodernen Suspense-Kino, die Typen sind extrem gezeichnet, die Szenerie blutig-brillant. Die Traditionalisten unter den Tatortlern dürften genau das bekritteln. Zuviel Bubblegum-Kino, Logiklöcher und Effekthascherei.

    Prognose: Erst der nächste Fall aus Dresden dürfte darüber Auskunft geben, wohin die Reise für die angeschlagene Gorniak, die wankelmütige Leonie Winkler und den gewohnt vogelwilden Schnabel geht."

    1
    foto: orf/ard/daniela incoronato

    Birgit Baumann vom STANDARD sah eine Story, die"recht oberflächlich und in fast jeder Wendung erwartbar" ist und schaute viel lieber dem "ohnehin sehr speziellen Dienststellenleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) zu. Der darf diesmal auch in einem Wohnzimmer wie aus dem DDR-Museum seine Persönlichkeit entfalten. Was für ein herrlicher Albtraum."

    2

    Heike Lupertz gefällt dieser Fall, schreibt sie auf faz.net: "Bemerkenswert: Ihre Gegensätzlichkeit, da die Überfliegerin im Theoretischen, Papatochter, dort die erfahrene Praktikerin, Muttertier, dient der Geschichte und nicht dem möglichst interessanten Eigenleben der Figuren. Anders etwa als im allzu schlicht konstruierten ersten Fall des neuen NDR-,Tatort'-'Alphafrauen"'Teams Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anais Schmitz (Florence Kasumba), der kürzlich gesendet wurde ("Das verschwundene Kind"). 'Das Nest' ist ein Auftakt nach Maß."

    3
    foto: orf/ard/daniela incoronato

    "Das Skandinavische an diesem wunderbar, stets bedrohlich beleuchteten, wunderbar, stets bedrohlich beschallten Psychothriller setzt sich fort in der Inbrunst, in der Yesilkaya fast sämtliche Fassaden zum Einsturz bringt, die in diesem Fall klassischerweise besser aussehen, als sie sind", analysiert Elmar Krekeler auf welt.de.

    "Die Spannungskurve hält vortrefflich. Das neue Frauenpaar funktioniert von der ersten Sekunde an. Neue Seitenplots deuten sich an und machen Laune." (red, 28.4.2019)

    Und wie sehen Sie den Dresdner"Tatort"? Hier im Forum ist Platz für Ihren Befund:

    4
    Share if you care.